„Fürst, ich werde alles für Sie tun, alles, was nur in meinen Kräften steht! Ich bin Ihnen ganz und gar ergeben ... Mein lieber Fürst, haben Sie nur noch ein wenig Geduld, und ich werde alles in Ordnung bringen!“

„N’est-ce pas?[112] Wir nehmen einfach unsere Sachen und laufen davon, aber den Koffer lassen wir hier, so zum Schein, weißt du, damit er glaubt, wir kämen wieder.“

„Wohin sollen wir laufen? Und Anna Andrejewna?“

„Nein, nein, zusammen mit Anna Andrejewna ... Oh, mon cher, in meinem Kopf geht alles durcheinander ... Wart mal ... dort in meinem Handkoffer, rechts, ist Katjäs Bild – ich habe es heute morgen heimlich hineingesteckt, damit Anna Andrejewna und besonders diese Darja Onissimowna es nicht bemerkten – gib es mir her, um Christi willen, aber schnell, damit sie uns nicht überraschen ... Kann man die Tür nicht verriegeln?“

In der Tat fand ich in seinem Handkoffer eine Photographie von Katerina Nikolajewna in einem ovalen Rahmen. Er nahm sie in die Hand, hielt sie ans Licht, und plötzlich rollten Tränen über seine gelben, hageren Wangen.

„C’est un ange, c’est un ange du ciel!“[125] rief er aus. „Mein ganzes Leben lang bin ich vor ihr schuldig gewesen ... und jetzt erst! Chère enfant, ich glaube ihnen nichts, nichts glaube ich ihnen! Mon ami, sag’ mir doch: ist es denn denkbar, daß sie mich ins Irrenhaus sperren wollen? Je dis des choses charmantes et tout le monde rit[126] ... und einen solchen Menschen will man plötzlich ins Irrenhaus stecken!“

„Aber daran denkt ja kein Mensch!“ rief ich aus. „Das ist ein Irrtum! Ich kenne ihre Gefühle!“

„Und du kennst auch ihre Gefühle? Das ist gut! Mon ami, du hast mich von den Toten auferweckt! Wie haben sie mir denn das alles von dir vorerzählt? Mon ami, rufe Katjä her, sie sollen sich hier beide vor mir küssen, und ich werde sie wieder nach Hause bringen, und den Wirt, den verjagen wir einfach!“

Er erhob sich, streckte die Hände aus und fiel vor mir nieder:

„Cher,“ lispelte er in sinnloser Angst und zitterte wie ein Espenblatt, „mon ami, sage mir die ganze Wahrheit: wohin wird man mich jetzt bringen?“