Natürlich war ich noch wie benommen; ich erklärte ihr meine Gefühle, aber die Hauptsache war doch, daß wir auf Katerina Nikolajewna warteten, und der Gedanke, daß ich ihr in einer Stunde endlich begegnen werde, und noch dazu in einem so entscheidenden Augenblick meines Lebens, ließ mich erzittern, und mein Herz stand mir still. Schließlich, als ich schon zwei Tassen Tee getrunken hatte, stand Tatjana Pawlowna auf, nahm eine Schere vom Tisch und sagte:
„So, jetzt gib mir mal die Tasche her, wir müssen den Brief heraustrennen – das können wir doch nicht in ihrer Gegenwart.“
„Ja!“ sagte ich und knöpfte meinen Rock auf.
„Das sind mir mal Stiche! Wer hat dir denn das hier zusammengenäht?“
„Ich selbst, Tatjana Pawlowna, ich selbst.“
„Na, das sieht man aber auch! ... So, da haben wir ihn ...“
Sie zog den Brief heraus; die Briefhülle war dieselbe, aber in ihr – war ein unbeschriebenes Stück Papier.
„Das ... was ist denn das?“ fragte Tatjana Pawlowna und wendete es in der Hand. „Was hast du?“
Ich stand blaß da, ohne ein Wort sprechen zu können ... und plötzlich sank ich kraftlos auf den Stuhl ... ich war beinahe ohnmächtig.
„Ja, was soll denn das wieder bedeuten!“ schrie Tatjana Pawlowna, „wo ist denn jetzt der Brief?“