„Ich weiß es selbst, daß ich vielleicht nur ein Konglomerat aller Ehrgeize bin und nichts weiter,“ begann ich, „aber um Verzeihung bitte ich nicht.“

„Und es ist ja auch niemand da, den Sie bitten könnten,“ sagte er ernst und leise. Er sprach die ganze Zeit leise und sehr langsam.

„Mag ich auch tausendmal vor mir selber schuldig sein ... Ich liebe es, mich vor mir schuldig zu fühlen ... Krafft, verzeihen Sie, daß ich Ihnen nicht die Wahrheit sage! – Sagen Sie, gehören Sie denn wirklich auch zu diesem Kreise? Das war es, was ich Sie fragen wollte.“

„Die dort sind nicht dümmer als andere und nicht klüger; sie sind – geisteskranke Menschen wie alle.“

„Sind denn alle geisteskrank?“ Ich wandte mich zu ihm und sah ihn mit unwillkürlicher Neugier an.

„Von den besseren sind jetzt alle geisteskrank. In jubilo gelebt wird nur von der geistigen Mittelmäßigkeit und Unbegabtheit ... Übrigens, wozu davon reden, es lohnt ja nicht.“

Während er sprach, schaute er vor sich in die Luft, jedoch ohne etwas zu sehen, begann seine Sätze und brach sie wieder ab. Was mir ganz besonders auffiel, war eine gewisse wehmütige Mutlosigkeit in seiner Stimme.

„Sollte auch Wassin zu ihnen gehören? In Wassin steckt Verstand, Wassin hat eine sittliche Idee!“ rief ich.

„Sittliche Ideen gibt es jetzt überhaupt nicht; plötzlich erwies es sich, daß keine einzige vorhanden war, und die Hauptsache, es ist, als hätte es auch früher nie welche gegeben.“

„Wie, auch früher nicht?“