„Das ist nicht wahr, Sie haben ihn schon bei sich. Ich wußte es ja, daß Sie so antworten würden. Sie haben ihn in der Tasche. Ich habe diesen dummen Scherz die ganze Nacht so furchtbar bereut. Geben Sie ihn mir sofort zurück!! Sofort!“

„Ich ... ich habe ihn im Kloster gelassen.“

„Aber Sie müssen mich ja unbedingt für ein kleines Mädchen halten, für ein ganz kleines Baby, nach einem so dummen Brief! Ich bitte Sie sehr um Verzeihung für den dummen Scherz; aber den Brief müssen Sie mir unbedingt zurückbringen, wenn Sie ihn wirklich nicht bei sich haben – heute noch bringen Sie ihn mir, hören Sie, unbedingt, unbedingt!“

„Heute kann ich unmöglich kommen; ich kehre ins Kloster zurück und werde zwei, drei, vielleicht auch vier Tage nicht herkommen können, denn der Staretz Sossima ...“

„Vier Tage, das fehlte noch! Hören Sie, sagen Sie – Sie haben wohl furchtbar über mich gelacht?“

„Nicht ein bißchen habe ich gelacht.“

„Warum denn nicht?“

„Weil ich an alles sofort geglaubt habe.“

„Sie beleidigen mich!“

„Wieso? Nicht im geringsten. Ich glaubte sofort, als ich ihn durchlas, daß alles auch so geschehen werde, denn ich muß nach dem Tode des Staretz Sossima sofort das Kloster verlassen. Darauf werde ich noch ein Jahr das Gymnasium besuchen und dann mein Abiturium machen, und wenn Sie das gesetzliche Alter erreicht haben, heiraten wir uns einfach. Ich werde Sie lieben. Ich habe zwar noch keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken; aber ich denke doch, daß ich eine bessere Frau als Sie nicht finden kann, und der Staretz hat mir befohlen, zu heiraten ...“