Da kam auch schon die Zofe mit dem Wasser. Aljoscha tauchte den Finger hinein.

„Mama, bringen Sie um Gottes willen Scharpie und diese trübe Flüssigkeit – ach, wie heißt sie doch, mit der man kühlt, wenn man sich geschnitten hat? Wir haben sie, ich weiß es genau; Mama, Sie wissen es doch auch, wo diese Flasche ist, in Ihrem Schlafzimmer, rechts im kleinen Medizinschränkchen, dort ist eine große Flasche und Scharpie ...“

„Ich werde alles sofort bringen, Lise, nur schrei nicht so und rege dich nicht auf. Sieh, wie mutig Alexei Fedorowitsch sein Unglück trägt. Aber wo haben Sie sich nur so entsetzlich verletzt?“

Frau Chochlakoff ging eilig hinaus, um die Sachen zu bringen. Darauf hatte Lisa nur gewartet.

„Vor allem antworten Sie mir auf eine Frage,“ sagte sie hastig zu Aljoscha, „wo haben Sie sich so verletzt? Ich habe dann noch von ganz anderem mit Ihnen zu sprechen. Nun?“

Aljoscha begann sofort, da er fühlte, daß ihr die Zeit bis zur Rückkehr der Mutter kostbar war, von der Begegnung mit den Schuljungen zu erzählen, natürlich nur in großen Zügen, ohne alles Nebensächliche. Als Lise zu Ende gehört hatte, schlug sie die Hände zusammen.

„Aber wie konnten Sie nur, wie konnten Sie sich nur, und dazu noch in der Kutte, mit Schulbuben einlassen!“ rief sie zornig aus, ganz, als ob sie ein Recht auf ihn besäße. „Nach alledem sind Sie ja selbst ein kleiner Junge, der allerkleinste, den es überhaupt nur geben kann! Aber Sie müssen mir unbedingt diesen scheußlichen Frechling aufsuchen, denn hier steckt sicherlich ein Geheimnis dahinter ... Jetzt das zweite, doch vorher noch eine Frage. Können Sie, trotz des Schmerzes, von ganz dummen Sachen reden, aber vernünftig reden?“

„Das kann ich sehr gut, und ich fühle ja auch gar keinen so großen Schmerz mehr im Finger.“

„Das kommt daher, daß Ihr Finger im Wasser ist. Aber man muß jetzt neues Wasser nehmen, denn es wird ja sofort warm. Julija, bring sofort ein Stück Eis aus dem Keller und eine neue Schale mit Wasser. So, jetzt sind wir sie los, nun schnell zur Sache: Bitte, lieber Alexei Fedorowitsch, geben Sie mir geschwind den Brief zurück, den ich Ihnen gestern übergeben ließ, schnell, denn Mama kann ja sofort zurückkommen, schneller doch! – ich will nicht ...“

„Ich ... ich habe ihn nicht bei mir.“