„So, und warum wunderst du dich denn über mich?“ stieß Iwan Fedorowitsch schroff und rauh hervor, obgleich er sich aus allen Kräften bezwang, denn er hatte plötzlich mit Ekel begriffen, daß er die größte Neugier für das, was der Diener sagen werde, empfand und auf keinen Fall fortgehen werde, ohne sie befriedigt zu haben.
„Warum fahrt Ihr, Herr, nicht nach Tschermaschnjä?“ fragte Ssmerdjäkoff, der plötzlich wieder aufsah und familiär lächelte. – Sein linkes, etwas zugekniffenes Auge aber schien zu sagen: „Und worüber ich lächle, mußt du selbst begreifen, wenn du ein kluger Mensch bist.“
„Warum soll ich denn nach Tschermaschnjä fahren?“ fragte Iwan Fedorowitsch verwundert.
Ssmerdjäkoff schwieg eine Weile.
„Sogar der Herr Fedor Pawlowitsch haben Euch so drum gebeten,“ sagte er schließlich langsam und als ob er selbst seine gegebene Antwort nicht schätzte, – also ungefähr: „Mache es mit einem nebensächlichen Grunde ab, nur um etwas zu sagen“ –.
„Äh, Teufel, sprich deutlicher, was willst du?“ schrie ihn Iwan Fedorowitsch zornig an, von der Sanftmut zur Grobheit übergehend.
Ssmerdjäkoff setzte den rechten Fuß neben den linken, richtete sich etwas strammer auf, fuhr aber fort, ihn mit derselben Ruhe und mit demselben Lächeln anzublicken.
„Wesentliches habe ich nichts zu sagen ... ich meinte nur so beiläufig ...“
Wieder trat Schweigen ein. Sie schwiegen etwa eine Minute lang. Iwan Fedorowitsch wußte, daß er sofort geärgert aufstehen und fortgehen müßte, Ssmerdjäkoff aber stand vor ihm, als ob er wartete und dachte: „Ich will jetzt nur sehen, ob du dich ärgerst oder nicht.“ Wenigstens schien es Iwan Fedorowitsch so. Er machte eine Bewegung, um aufzustehen. Darauf hatte aber Ssmerdjäkoff nur gelauert.
„Ganz schrecklich ist meine Lage, Herr, ich weiß gar nicht, wie ich mir helfen soll,“ sagte er sofort, doch sprach er bereits fest und deutlich, und beim letzten Worte seufzte er auf. Iwan Fedorowitsch blieb sitzen.