„Alsomit haben denn die Leute recht, wenn sie sagen, mit klugen Menschen sei auch das Reden ein Vergnügen,“ antwortete Ssmerdjäkoff mit fester Stimme, und sein Blick schien Iwan Fedorowitsch durchdringen zu wollen.
Die Pferde zogen an, und der Wagen rollte davon. Die Seele Iwan Fedorowitschs war traurig, doch gierig blickte er ins Land, auf die Felder und Hügel und Bäume, und auf einen Zug wilder Gänse, die hoch, hoch über ihm am klaren Himmel nach Süden zogen. Und plötzlich wurde ihm so wohl zumut. Er versuchte, mit dem Kutscher ein Gespräch zu beginnen, und wartete schon neugierig, was der antworten werde, doch nach einer Minute wurde er sich bewußt, daß die ganze Antwort ihm entgangen war – daß er dem Kutscher überhaupt nicht zugehört hatte. Er verstummte, und auch so war es schön: die Luft war so rein und klar und frisch, der Himmel so hoch und hell. Er sah vor sich die Gestalten Aljoschas und Katerina Iwanownas, aber er lächelte still, winkte ihnen leise ab, und die Schemen verschwanden.
„Auch ihre Zeit wird kommen,“ dachte er.
Die erste Station erreichten sie ziemlich bald, wechselten dort die Pferde und fuhren dann weiter nach Wolowje.
„Warum ist es ein Vergnügen, mit einem klugen Menschen zu reden, was hat er damit sagen wollen?“ fuhr es ihm plötzlich durch den Kopf, und der Atem blieb ihm stehen. „Und warum sagte ich ihm, daß ich nach Tschermaschnjä fahre?“
Nach einiger Zeit kamen sie in Wolowje an. Iwan Fedorowitsch stieg aus, und alsbald umringten ihn die Fuhrleute. Er befahl Postpferde anzuspannen und vereinbarte dann auch sofort den Preis für die zwölf Werst bis nach Tschermaschnjä. Er ging ins Stationsgebäude, drehte sich dort einmal um, warf auch einen Blick auf die Stationshalterin, und plötzlich ging er wieder zurück zur Vorfahrt.
„Nicht nötig nach Tschermaschnjä! Ich fahre nicht hin. Werde ich aber nicht zu spät zur Eisenbahn kommen? Der Zug geht um sieben ab.“
„Wird noch grade gehn. Befehlen der Herr anzuspannen?“
„Ja, sofort. Wird nicht jemand von euch morgen in die Stadt fahren?“
„Wie denn nicht? Mitrij wird bestimmt hinkommen.“