„Aber ganz und gar nichts, mein Täubchen. Pfui, Teufel, an diesen Rummel glaubt ja selbst ein dreizehnjähriger Schuljunge nicht mehr. Übrigens, Teufel ... Du hast dich also über deinen Gott geärgert, hast dich jetzt empört? – Um eine Rangerhöhung seid ihr gekommen, habt keinen Orden zu den Feiertagen gekriegt! Ach, ihr!“

Aljoscha sah Rakitin lange mit halbzugekniffenen Augen an, und plötzlich blitzte etwas in seinen Augen auf ... es war aber nicht Wut über Rakitin.

„Ich empöre mich nicht gegen meinen Gott, nur ‚will ich seine Welt nicht annehmen‘,“ sagte Aljoscha mit einem verzerrten Lächeln.

„Wie willst du denn diese Welt nicht annehmen?“ Rakitin dachte ein wenig über das Gesagte nach. „Was ist nun das wieder für ein Gallimatthias?“

Aljoscha schwieg.

„Na, genug von den Dummheiten, jetzt zur Sache: Hast du heute gegessen oder nicht?“

„Ich weiß nicht ... ich glaube.“

„Du mußt dich unbedingt stärken, nach deinem Gesicht zu urteilen. Wenn man dich ansieht, packt einen ja das wahre Mitleid. Du hast ja auch in der Nacht nicht geschlafen; wie ich hörte, habt ihr da eine Sitzung gehabt. Und darauf dieses ganze Drunter und Drüber und Gequack noch dazu ... Du wirst wohl höchstens ein Stückchen Hostie gekaut haben. Ich habe bei mir in der Tasche ein Stück Wurst, habe sie mir in der Stadt, auf dem Wege hierher, auf alle Fälle eingesteckt, aber du wirst wohl keine Wurst ...“

„Gib sie her.“

„Ah! Also so bist du! Also schon ganz Aufruhr, Barrikaden! Nun, Bruder, es gibt Sachen, die doch nicht so ganz zu verachten sind. Gehen wir zu mir ... Ich möchte mir selbst ein Schnäpschen hinter die Binde gießen, bin todmüde. Für Schnaps würdest du dich natürlich nicht entschließen ... oder würdest du nicht schließlich auch ein Gläschen trinken?“