Andrei zog die Leine an und knallte mit der Peitsche: Glocken und Schellen ertönten.

„Leb wohl, Pjotr Iljitsch! Dir die letzte Träne! ...“

„Er ist nicht betrunken und schwatzt doch wie im Delirium!“ dachte Perchotin bei sich, als die Troika wie der Wind um die Ecke gebogen und verschwunden war. Er hatte sich vorgenommen, so lange zu warten, bis man die zweite Troika mit den übrigen Vorräten abgeschickt hätte, denn er sagte sich, daß man bei der Gelegenheit wahrscheinlich tüchtig betrügen wollte; doch plötzlich drehte er sich ärgerlich um und begab sich zu seiner Billardpartie.

„Ein Esel, wenn auch sonst ein netter Junge ...“ brummte er unterwegs vor sich hin. „Von einem gewissen Offizier, diesem Vormaligen der Gruschenka, habe ich gehört. Nun, wenn er jetzt zurückgekehrt ist ... Ach, die verfluchten Pistolen! Zum Teufel, was geht das schließlich mich an, ich bin doch nicht seine Kindermagd! Mag er doch! Aber es wird ja nichts geschehen. Hunde, die bellen, beißen nicht. Solche Leute trinken und prügeln sich, prügeln sich und versöhnen sich. Sind denn das Tatmenschen? Doch was war das mit dem ‚ich werde den Weg freigeben, strafe mich für mein Leben‘? Ach was, Geschwätz. Er hat doch wahrlich nicht wenig ähnliches Zeug geredet, wenn er betrunken war. Jetzt aber war er wirklich nicht betrunken. ‚Mein Geist ist trunken‘ – schönen Stil lieben die Schufte. Ach, was geht das mich an, bin doch nicht seine Kindermagd. Und das Prügeln stets erstes Lebenselement! Sein ganzes Gesicht war mit Blut besudelt. Und das ganze Taschentuch ... Pfui Teufel, jetzt liegt es bei mir auf dem Fußboden ... Schweinerei!“

In der schlechtesten Gemütsverfassung erreichte er endlich das Gasthaus „Zur Hauptstadt“ und begann sofort die Partie. Das Spiel zerstreute ihn. Man begann darauf eine zweite Partie, und plötzlich ließ er im Gespräch mit seinem Partner die Bemerkung fallen, daß Dmitrij Karamasoff wieder Geld in Fülle besitze, etwa dreitausend Rubel, daß er es selbst gesehen habe, und daß Mitjä wieder nach Mokroje zu einem Gelage mit Gruschenka gefahren sei. Diese Nachricht wurde mit erstaunlicher Aufmerksamkeit aufgenommen. Und alle sprachen sonderbarerweise vollkommen ernst darüber, keineswegs scherzend oder gleichgültig. Sie unterbrachen sogar das Spiel.

„Dreitausend? Woher hat er die denn plötzlich bekommen?“

Man begann ihn auszufragen. Daß Frau Chochlakoff ihm das Geld gegeben habe, wurde stark bezweifelt.

„Oder hat er vielleicht den Alten beraubt?“

„Weiß der Teufel, dreitausend! Da muß irgend etwas nicht in Ordnung sein.“

„Hat er sich denn nicht immer gerühmt, daß er den Vater erschlagen werde, das haben wir doch alle gehört! Und gerade von dreitausend Rubeln sprach er das letztemal ...“