„Was für einen Verdacht? Verdacht – oder nicht, das war mir ganz egal ... ich hatte doch schon beschlossen, nach Mokroje zu fahren und mich hier bei Sonnenaufgang zu erschießen, und niemand hätte vorher was erfahren oder mich daran hindern können. Denn wenn nicht dieser Zufall mit dem Vater dazwischen gekommen wäre, so hätten Sie doch nicht so bald von dem Vorgefallenen erfahren, und wären dann natürlich auch nicht hergekommen. Oh, das hat der Teufel getan, der Teufel hat den Vater erschlagen, durch den Teufel haben auch Sie es so schnell erfahren! Wie sind Sie nur so schnell hergekommen? Das ist doch wahrlich kaum glaublich!“

„Herr Perchotin hat uns mitgeteilt, daß Sie, als Sie bei ihm eingetreten sind, in der Hand ... in der blutigen Hand Ihr Geld gehalten haben ... ein ganzes Paket Hundertrubelscheine – und das hat der Knabe, der bei ihm aufwartet, gleichfalls gesehen.“

„Ja, so war es, ich erinnere mich dessen.“

„Jetzt gilt es, hier noch eine kleine Frage zu erledigen. Können Sie uns vielleicht mitteilen,“ begann äußerst milde der Untersuchungsrichter, „wo Sie plötzlich soviel Geld hergenommen hatten, da doch aus dem Tatbestand und aus der Zeitberechnung klar hervorgeht, daß Sie von Fedossja Markowna direkt zu Herrn Perchotin gegangen sind, sich also nicht vorher in Ihre Wohnung begeben haben?“

Der Staatsanwalt runzelte ein wenig die Stirn über die so auf die Spitze getriebene Frage, aber er unterbrach Neljudoff nicht.

„Nein, ich bin allerdings nicht nach Haus gegangen,“ antwortete Mitjä offenbar sehr ruhig, doch hielt er den Blick zu Boden gesenkt.

„In diesem Fall erlauben Sie wohl,“ fuhr Neljudoff gleichsam näherschleichend fort, „meine Frage zu wiederholen: Woher nahmen Sie plötzlich eine so große Summe, wenn Sie, nach Ihrer eigenen Aussage, noch um fünf Uhr ...“

„Wenn ich um fünf Uhr noch kein Geld hatte und für zehn Rubel die Pistolen bei Perchotin versetzte, dann Frau Chochlakoff um dreitausend Rubel anborgen wollte und von der nichts bekam, und so weiter die ganze Litanei,“ unterbrach Mitjä gereizt. „Ja, sehen Sie mal, meine Herren, um fünf Uhr keine zehn Rubel, und da plötzlich Tausende in den Fingern, – verdächtig, wie? Wissen Sie, meine Herren, Sie zittern ja jetzt alle beide vor Angst, ‚er könnte am Ende nicht sagen, wo er das Geld hergenommen hat, und was dann?‘ Ja, so ist es auch, meine Herren: Ich sage es nicht, Sie haben es erraten, Sie werden es nicht erfahren,“ sagte Mitjä entschlossen und bestimmt.

Die Juristen schwiegen beide eine Weile.

„Sie sehen doch ein, Herr Karamasoff, daß das zu erfahren für uns von großer Wichtigkeit ist,“ sagte schließlich ruhig und bescheiden der Untersuchungsrichter.