„Die Tür, die Tür ...“ murmelte Mitjä und starrte wortlos den Staatsanwalt an; kraftlos sank er wieder auf den Stuhl.

Alle schwiegen.

„Ja, die Tür! ... Das ist ein Phantom! Gott ist gegen mich! Gott der Herr ist gegen mich!“ rief Mitjä aus, mit sinnlos gewordenem Blick vor sich hinstarrend.

„Nun sehen Sie,“ begann wichtig der Staatsanwalt, „Sie sehen doch jetzt selbst ein, Dmitrij Fedorowitsch: einerseits haben wir diese Aussage über die offene Tür, aus der Sie herausgelaufen sein müssen, – eine Aussage, die sowohl uns wie Sie stutzig macht; und anderseits – Ihr unbegreifliches, hartnäckiges und fast verzweifeltes Schweigen in betreff der Herkunft des Geldes, das sich plötzlich in Ihren Händen befindet, während Sie noch vor drei Stunden nach Ihrer eigenen Aussage Ihre Pistolen versetzt haben, um wenigstens zehn Rubel zu bekommen! Nun urteilen Sie im Hinblick auf diese Tatsache selbst: An was sollen wir glauben, und an was uns halten? Und werfen Sie uns nicht vor, daß wir ‚kalte Zyniker und Spötter‘ seien, die nicht imstande sind, den edlen Ausbrüchen Ihres Herzens zu glauben ... Versuchen Sie, sich in unsere Lage zu versetzen und die Dinge von unserem Standpunkte aus zu betrachten ...“

Mitjä befand sich in unbeschreiblicher Erregung, er war ganz bleich geworden.

„Gut!“ rief er plötzlich, „ich werde Ihnen mein Geheimnis aufdecken, ich werde Ihnen sagen, woher ich das Geld genommen habe! ... Ich werde meine Schmach aufdecken, um nachher weder Sie noch mich anklagen zu müssen.“

„Glauben Sie mir, Dmitrij Fedorowitsch,“ fiel sofort mit fast freudig gerührter Stimme Neljudoff ein, „daß jedes aufrichtige und volle Bekenntnis Ihrerseits, das Sie jetzt beim ersten Verhör ablegen, späterhin einen großen Einfluß auf Ihr Los und seine Wendung zum Guten haben kann und sogar ...“

Doch der Staatsanwalt stieß ihn unbemerkt unter dem Tisch an, und so konnte der andere noch rechtzeitig verstummen. Mitjä hatte übrigens gar nicht gehört, was jener sprach.

VII.
Mitjäs großes Geheimnis

„Meine Herren,“ begann er immer noch in derselben Aufregung, „dieses Geld ... ich will alles eingestehen ... dieses Geld gehörte mir.“