„Wie das – eingesackt?“

„Sehen Sie, ich habe tatsächlich, jetzt fällt es mir wieder ein, einmal irgendwie diese Haube genommen, um irgend was abzuwischen, vielleicht war es nur irgendein Staub, den ich abwischen wollte. Ich nahm das Ding eben an mich, denn es war doch ein Ding, das zu nichts taugte, und dann trieb sich der Fetzen dort bei mir herum, und da waren nun plötzlich diese Tausendfünfhundert, und ich wußte nicht, in was ich sie einnähen sollte ... Nun glaube ich, daß ich gerade diesen Lappen dazu nahm. Ein altes weißes Leinenstück, oder wie diese Zeuge da heißen, eines, das schon tausendmal gewaschen war.“

„Und Sie erinnern sich dessen ganz genau, Sie wissen es bestimmt?“

„Ich weiß nicht, wie bestimmt. Ich glaube, daß es dieselbe Haube war. Ach, nun, zum Teufel damit.“

„In dem Falle könnte sich Ihre Hauswirtin vielleicht erinnern, daß ihr diese Sache damals abhanden gekommen ist?“

„Ach wo, sie hat es überhaupt nicht bemerkt. Ein alter Fetzen, sage ich Ihnen doch, ein ganz altes Ding, das keine halbe Kopeke wert war.“

„Und woher nahmen Sie die Nadel und den Faden?“

„Ich breche ab, ich will nicht mehr. Genug darüber!“ sagte Mitjä, dem die Geduld riß.

„Und gleichfalls sonderbar ist, daß Sie sich so gar nicht mehr erinnern können, auf welcher Stelle des Großen Platzes Sie dieses Futteral fortgeworfen haben.“

„So lassen Sie doch heute den ganzen Platz fegen, vielleicht finden Sie es dann,“ sagte Mitjä, kurz auflachend. „Genug, meine Herren, genug,“ sagte er mit müdgequälter Stimme. „Ich sehe es doch klar: Sie glauben mir nicht! Nichts glauben Sie mir, nicht für eine Kopeke. Aber es ist das meine Schuld und nicht Ihre, ich hätte nicht so dumm von Vertrauen reden sollen. Warum, warum habe ich mich mit der Aufdeckung meines Geheimnisses beschmutzt! Und Sie, meine Herren, Sie lachen doch nur darüber, das sehe ich ja an Ihren Augen. Sie sind es, Staatsanwalt, der mich dazu gebracht hat! Singen Sie sich jetzt einen Siegeshymnus, wenn Sie es können ... Oh, seid verflucht, ihr Folterknechte!“