„Wie dumm du bist, Nastjä,“ sagte er schließlich überzeugt, ohne sich aber dabei aufzuregen, „was kann denn Katerina für ein Kind haben, wenn sie keinen Mann hat?“
Nastjä fuhr sofort auf:
„Ach, du verstehst mich nicht,“ sagte sie gereizt, „vielleicht hat sie einen Mann gehabt, nur sitzt er jetzt im Gefängnis, und da hat sie nun ein Kind bekommen.“
„Ja, aber hat sie denn einen Mann im Gefängnis?“ erkundigte sich wichtig der positive Kostjä.
„Oder nein,“ unterbrach ihn Nastjä ungestüm, indem sie ihre erste Hypothese völlig vergaß, „einen Mann hat sie nicht, da hast du recht, sie will aber gern einen Mann haben, und da hat sie angefangen zu denken, wie sie einen Mann bekommen würde, und hat immer daran gedacht, so lange daran gedacht, bis sie nun nicht einen Mann, dafür aber ein Kindchen bekommen hat.“
„Nun, das ist was anderes,“ meinte Kostjä bekehrt, „du hast das aber früher nicht gesagt, wie sollte ich es da wissen!“
„Hört mal, ihr Gören,“ unterbrach Koljä Krassotkin eintretend die Unterhaltung, „ihr seid ja, wie ich sehe, gefährliches Gewächs.“
„Und auch Pereswonn ist mit Ihnen gekommen?“ erkundigte sich selig lächelnd klein Kostjä und bemühte sich, mit seinen kleinen Fingern wie Erwachsene zu schnippen, um auf diese Weise Pereswonn heranzulocken.
„Also hört mal, ich habe ein ernstes Wort mit euch zu reden,“ hub Krassotkin gewichtig an. „Ihr könntet mir nämlich einen großen Gefallen erweisen. Agafja hat sich natürlich ein Bein gebrochen, das steht fest, sonst wüßte ich wirklich nicht, warum sie sich dermaßen verspätet. Ich aber muß in einer äußerst wichtigen Angelegenheit ausgehen, ich kann die Sache unmöglich noch weiter hinausschieben. Werdet ihr mich nun gehen lassen oder nicht?“
Die Kinder blickten sich gegenseitig besorgt an, ihre lächelnden Gesichter verwandelten sich in unruhig fragende. Übrigens begriffen sie noch nicht ganz, was man von ihnen verlangte.