„Vertreterin des Weiblichen, – da hör doch einer man bloß! So’n kleiner Pilz, so’n Naseweis!“

„Naseweis?“

„Was denn sonst? Was geht’s denn deine Nase an, ob ich zu spät oder zu früh komme? Wenn ich zu spät komme, dann komme ich nun eben zu spät, dann heißt dies, daß es so richtig ist, daß ich zu spät komme, dann habe ich eben zu spät kommen müssen,“ brummte Agafja, die sich am Ofen zu tun machte, doch war sie weder böse noch unzufrieden, sondern im Gegenteil, sogar sehr zufrieden, als hätte es sie gefreut, mit dem kleinen Herrensohn mal ein bissel knurren zu können.

„Hör mal, leichtsinniges Frauenzimmer,“ begann Krassotkin, sich von seinem Platz erhebend, „kannst du mir schwören bei allem, was es Heiliges hier in dieser Welt gibt und außerdem womöglich bei noch etwas, daß du während meiner Abwesenheit die beiden Gören nicht aus dem Auge lassen wirst? Ich muß ausgehen.“

„Warum soll ich dir denn schwören?“ fragte Agafja gutgelaunt. „Ich werd schon sowieso auf die Knirpse aufpassen.“

„Nein, du mußt es mir bei deiner Seelen Seligkeit schwören. Sonst gehe ich nicht fort.“

„Dann nicht. Was geht’s mich an? Sitz zu Hause, wenn du willst. Draußen ist es auch schon kalt.“

„Hört mal, ihr Knirpse,“ wandte sich Koljä an die Kleinen, „Agafja wird bei euch bleiben, bis ich zurückkehre, oder bis eure Mama wiederkommt, denn auch für sie wäre es Zeit. Außerdem wird Agafja euch etwas zu essen geben. Das wirst du doch, Agafja?“

„Schon möglich.“

„Dann also auf Wiedersehen, ihr beide, ich verlasse euch mit ruhigem Herzen. Du aber, Alte,“ sagte er halblaut und mit männlichem Ernst, als er an Agafja vorüberging, „du wirst ihnen, hoffe ich, nicht wieder eure üblichen Weiberdummheiten über die Katerina vorlügen, mußt doch ihr junges Alter berücksichtigen. – Ici, Pereswonn!“