„Nu, Gott mit dir,“ brummte Agafja, diesmal aber etwas ärgerlich. „Da sieh einer an, so’n Wicht! Müßte selber noch was überkriegen für solche Worte.“
III.
Die Schüler
Koljä hörte sie nicht mehr. Endlich also konnte er gehen, Gott sei Dank! Als er hinaustrat, warf er einen spähenden Blick ringsum, zuckte einmal vor Kälte mit den Schultern, dachte: „Hm, scharfer Frost!“ und schritt die Straße entlang bis zur nächsten Querstraße, in die er rechts einbog, um auf den Marktplatz zu gelangen. Als er am letzten Hause vor dem Platz angelangt war, blieb er an der Hofpforte stehen, zog eine kleine Pfeife aus der Tasche und pfiff aus Leibeskräften, als wolle er ein verabredetes Zeichen geben. Er brauchte nicht lange zu warten: im Augenblick öffnete sich das Hinterpförtchen, und ein rotwangiger, etwa elfjähriger Junge schlüpfte geschwind auf die Straße. Er war gleichfalls in ein warmes, sauberes, elegantes Mäntelchen gekleidet. Das war der kleine Ssmuroff, ein Schüler der Vorbereitungsklasse, während Koljä Krassotkin schon in der Sexta saß, der Sohn eines wohlhabenden Beamten, dem die Eltern allem Anscheine nach verboten hatten, mit dem „tollkühnen“ Krassotkin zu verkehren. Diesmal war er denn auch offenbar heimlich davongeschlichen. Dieser Knabe war derselbe, der, wie der Leser sich vielleicht noch erinnern wird, zusammen mit anderen Schülern vor etwa zwei Monaten mit Steinen nach Iljuscha geworfen und darauf Alexei Karamasoff noch einiges über den ausgestoßenen Jungen jenseits des Grabens erzählt hatte.
„Ich habe dich jetzt genau eine Stunde lang erwartet, Krassotkin,“ sagte mit strenger Miene der kleine Ssmuroff, während sie beide dem Marktplatze zuschritten.
„Ich habe mich verspätet,“ antwortete Krassotkin würdevoll. „Es gibt Umstände. Wird man dich nicht durchbläuen, wenn man erfährt, daß du mit mir gehst?“
„Ach, so hör doch auf, als ob ich noch durchgebläut würde! Kommt auch Pereswonn mit?“
„Ja, auch Pereswonn.“
„Und du wirst ihn auch dorthin mitnehmen?“
„Ja, auch dorthin.“
„Ach, wenn’s doch Shutschka wäre!“