„Das ist unmöglich. Shutschka gibt es nicht mehr. Shutschka ist in der Finsternis des Unbekannten verschwunden.“

„Ach, aber ginge es nicht so ...“ – der kleine Ssmuroff blieb unter dem Eindruck des Gedankens mitten auf der Straße stehen – „Iljuscha sagt doch, daß Shutschka auch so zottig und grau gewesen sei, – könnte man da nicht sagen, daß Pereswonn jener selbe Shutschka sei, vielleicht wird er es auch glauben?“

„Mein Junge, scheue die Lüge, das wäre Punkt eins; selbst dann, wenn es sich um einen guten Zweck handelt, Punkt zwei. Vor allem aber will ich hoffen, daß du dort nichts von meinem Besuch hast verlauten lassen.“

„Gott behüte, ich verstehe doch, um was es sich dabei handelt. Aber auch mit Pereswonn kann man ihn nicht trösten,“ meinte Ssmuroff seufzend. „Weißt du, sein Vater, der Hauptmann, der sogenannte Bastwisch, sagte uns, daß er ihm heute ein junges Hündchen bringen werde, einen echten kleinen Bullenbeißer mit einem schwarzen Schnäuzchen. Er hofft Iljuscha damit zu trösten, nur weiß ich nicht, ob es ihm gelingen wird.“

„Wie steht es denn mit ihm, mit Iljuscha, meine ich?“

„Ach, schlecht, sehr schlecht! Ich glaube, er hat die Schwindsucht. Er ist sonst vollkommen bei Besinnung, aber er atmet so schwer, so beängstigend. Vor ein paar Tagen bat er, man solle ihn im Zimmer etwas gehen lassen; man zog ihm seine Stiefelchen an, und er ging, fiel aber schon nach den ersten Schritten hin. ‚Ach,‘ sagte er, ‚ich habe dir doch gesagt, Papa, das ist nur von den schlechten Stiefeln gekommen, in ihnen war es auch früher unbequem zu gehen.‘ Er glaubte, er sei wegen der Stiefel gefallen, aber es war doch nur aus Schwäche. Er wird keine Woche mehr leben. Doktor Herzenstube kommt häufig hin. Jetzt sind sie wieder reich, haben viel Geld.“

„Diese Banditen!“

„Wer das?“

„Diese Ärzte und das ganze medizinische Pack, im allgemeinen gesprochen ... und im einzelnen, versteht sich, noch mehr. Ich verneine die Medizin. Eine total unnütze Einrichtung. Übrigens werde ich das alles noch eingehender untersuchen. Aber was sind denn das für Sentimentalitäten, die ihr da eingeführt habt? Die ganze Klasse scheint sich ja täglich bei ihm zu versammeln?“

„Gar nicht! Es gehen bloß zehn von uns täglich hin, jeden Tag.“