„Wenn ich nur nichts von meinen Sachen vergesse,“ brummte er vor sich hin – einzig um etwas zu sagen.
„Gib nur acht, daß du von fremden Sachen nichts vergißt,“ witzelte Mitjä und lachte über seine Bemerkung.
Rakitin war sofort beleidigt.
„Das empfiehl lieber deinen Karamasoffs, deinen Leibeigenschaftspartisanen, aber nicht Rakitin!“ rief er aufbrausend vor Wut.
„Was fehlt dir? Ich habe doch nur gescherzt ... Pfui Teufel! So sind sie ja alle,“ sagte er darauf zu Aljoscha, indem er mit dem Kopf noch zur Seite auf Rakitin wies, der sich schnell entfernte; „er hat die ganze Zeit hier gesessen, gelacht und ist fröhlich gewesen, und dann plötzlich das reine Noli me tangere! Dir hat er nicht einmal mit dem Kopf zugenickt. Habt ihr euch beide denn ganz überworfen? Warum kommst du heute so spät? Ich habe dich vom Morgen an nicht etwa nur erwartet, ich habe mich geradezu nach dir gesehnt, wie, wie, ich weiß nicht wie! Nun, macht nichts. Wir können es ja jetzt nachholen.“
„Warum besucht er dich jetzt so oft? Hast du dich mit ihm etwa angefreundet?“ fragte Aljoscha, indem er gleichfalls mit dem Kopf auf die Tür wies, durch die Rakitin hinausgegangen war.
„Ich mich mit diesem Michail angefreundet? Nein, mein Lieber ... Dieses Schwein! Er hält mich für einen ... Schuft. Scherz verstehen diese Leute gleichfalls nicht – das ist das Charakteristischste. Niemals wird diese Sorte Menschen Scherz verstehen. Trocken sind ihre Seelen, trocken und flach und platt, ganz wie mir damals die Gefängniswände erschienen, als ich hergefahren wurde und zum erstenmal diese Mauern sah. Aber er ist nicht dumm, durchaus nicht dumm. Nun, Alexei, mein Kopf ist jetzt verloren!“
Er setzte sich auf die Bank und zog Aljoscha neben sich nieder.
„Ja, morgen wird das Urteil gesprochen. Aber hast du denn wirklich so alle Hoffnung verloren, Mitjä?“ fragte Aljoscha schüchtern und mitleidig.
„Wieso, wie meinst du das?“ Mitjä blickte ihn seltsam unbestimmt an. „Ah so, du sprichst vom Gericht! Na, zum Teufel damit! Wir haben beide bis jetzt nur über Dummheiten gesprochen, immer nur von diesem Gericht, über das Wichtigste aber habe ich geschwiegen, wenn ich mit dir zusammen war. Ja, morgen wird man über mich zu Gericht sitzen, nur habe ich nicht in der Beziehung gesagt, daß mein Kopf verloren sei. Nicht mein Kopf ist verloren, sondern das, was im Kopf war, das ist verloren. Warum siehst du mich so kritisch an?“