„Ach, Mischa, das wird doch auch genau so sein, aufs Wort genau!“ rief plötzlich Aljoscha aus und lachte fröhlich auf.

„Ah – auch Sie ergehen sich in Sarkasmen, Alexei Fedorowitsch?“

„Nein, nein, ich scherzte nur, verzeih! Ich habe ganz anderes im Sinne. Aber erlaube: Wer hat dir das so bis in alle Einzelheiten erzählen können, von wem hättest du das hören können? Persönlich konntest du doch nicht bei Katerina Iwanowna sein, als er von dir sprach?“

„Ich war allerdings nicht bei ihr, dafür aber war Dmitrij Fedorowitsch dort, und so hörte ich es denn später mit eigenen Ohren von ihm, das heißt, wenn du willst, er sagte es nicht mir, sondern ich hörte es, unfreiwillig natürlich, denn ich saß in Gruschenkas Schlafzimmer und konnte nicht hinausgehen, solange er sich im vorderen Zimmer befand.“

„Ach richtig, ich hatte es fast vergessen, sie ist ja mit dir verwandt.“

„Verwandt? Gruschenka, diese Gruschenka mit mir verwandt?“ schrie Rakitin, ganz rot im Gesicht. „Du hast wohl den Verstand verloren! Deinem Gehirnkasten scheint ja die Vernunft völlig abhanden gekommen zu sein!“

„Wie, ist sie denn wirklich nicht mit dir verwandt? Ich habe es so gehört ...“

„Wo hast du das hören können? Nein, ihr, meine Herren Karamasoff, ihr spielt euch ja wahrlich als große, erhabene, alte Edelleute auf, während doch dein Vater als Narr von einem fremden Tisch zum anderen lief und Gnadenbrot aß! Gut, ich bin bloß ein Popensohn und vor euch Adligen nur eine Blattlaus, aber beleidigt mich deshalb nicht so sorglos auf Schritt und Tritt! Auch ich habe eine Ehre, Alexei Fedorowitsch. Ich kann nicht mit Gruschenka verwandt sein, mit einer öffentlichen Dirne, das bitte ich zu begreifen!“

Rakitin war ungewöhnlich gereizt.

„Verzeih mir, um Gottes willen, ich konnte das doch nicht ahnen, und zudem – wieso ist sie denn eine öffentliche? Ist sie etwa ... so eine?“ fragte plötzlich errötend Aljoscha. „Ich versichere dir, ich habe es so gehört, daß du mit ihr verwandt sein sollst. Du gehst so oft zu ihr und hast mir dabei selbst gesagt, daß du mit ihr kein ... Liebesverhältnis hast ... Ich hätte daher nie gedacht, daß du sie so verachtest! Und hat sie das denn wirklich verdient?“