„Sie hat gehorcht!“ brummte er angehalten leise vor sich hin, Aljoscha aber hörte es doch.

„Sie gestatten, daß ich im Mantel bleibe,“ sagte er, als er in den Salon eintrat. „Ich bin nur auf eine Minute zurückgekommen, ich werde mich nicht setzen.“

„Setzen Sie sich, Alexei Fedorowitsch,“ forderte Katerina Iwanowna auf, obgleich sie selbst gleichfalls stehen blieb. Sie hatte sich in der Zwischenzeit wenig verändert, nur ihre dunklen Augen glühten und schienen zu drohen. Aljoscha erinnerte sich später, daß sie an jenem Abend außerordentlich schön gewesen sein mußte.

„Was läßt er mir sagen?“

„Nur das eine,“ sagte Aljoscha und blickte ihr offen ins Gesicht: „daß er Sie bittet, sich zu schonen und morgen vor Gericht nichts von ...“ (er stockte ein wenig) „... von dem zu sagen ... was früher zwischen Ihnen vorgefallen ist ... in der Zeit Ihrer ersten Bekanntschaft ... in jener Zeit ...“

„Ah so, Sie meinen die Verbeugung ... damals ... für das Geld!“ griff sie sofort auf und lachte stolz. „Wie, fürchtet er für sich oder für mich – hm? Er hat also gesagt, ich solle ‚schonen‘ – aber wen denn schonen? Ihn oder mich? Sagen Sie es doch, Alexei Fedorowitsch.“

Aljoscha blickte sie forschend an, bemüht, sie zu verstehen.

„Sowohl sich selbst wie auch ihn,“ sagte er leise.

„So so!“ bemerkte sie eigentümlich boshaft, und plötzlich errötete sie heiß.

„Sie kennen mich noch nicht, Alexei Fedorowitsch,“ sagte sie drohend, „– aber auch ich kenne mich noch nicht ganz. Vielleicht werden Sie mich morgen nach dem Zeugenverhör mit den Füßen zerstampfen wollen.“