„Wie hätte man’s denn nicht wissen sollen? Das war doch im voraus klar zu sehen. Wie aber konnte man ahnen, daß es auf selbige Manier kommen würde!“

„Was kommen würde? Du, mach keine Finten, das sage ich dir! Du hast es doch vorausgesagt, daß du beim Hinabsteigen in den Keller einen Anfall bekommen würdest? Gerade ‚in den Keller‘ hast du gesagt.“

„Habt Ihr das im Verhör schon ausgesagt?“ fragte Ssmerdjäkoff ruhig mit scheinbar nur halbem Interesse.

Iwan Fedorowitsch ärgerte sich plötzlich und geriet in Wut.

„Nein, noch habe ich nichts davon gesagt, aber ich werde es bestimmt tun. Du wirst mir, mein Lieber, noch vieles sofort erklären müssen, und wisse, daß ich nicht mit mir zu spielen erlaube!“

„Von wegen wessen sollte ich denn selbiges tun wollen, wenn ich doch meine ganze Hoffnung nur auf Euch, wie auf Gott den Herrn selber, gesetzt habe!“ sagte Ssmerdjäkoff gleichmäßig ruhig, indem er nur auf einen Augenblick die Äuglein schloß.

„Erstens,“ begann Iwan Fedorowitsch und rückte ihm näher, „ich weiß, daß man bei der Fallsucht nicht voraussagen kann, daß man dann und dann einen Anfall haben wird. Ich habe mich erkundigt, mach also keine Faxen. Tag und Stunde kann man nie voraussagen. Wie nun konntest du mir damals Tag, Stunde und auch noch das mit dem Keller voraussagen? Wie konntest du im voraus wissen, daß du im Anfall gerade in diesen Keller hinabstürzen würdest, – wenn du später den Anfall nicht absichtlich vorgespielt haben willst?“

„In selbigen Keller hatte ich sowieso mannigfach zu gehen, sogar mehrmals am Tage,“ sagte Ssmerdjäkoff, indem er die Worte langsam in die Länge zog. „Akkurat so bin ich auch vor einem Jahr vom Hausboden herabgeflogen. Und was das Vorhersagen angeht, so ist es ganz richtig, daß man nicht Tag und Stunde voraussagen kann, aber ein Vorgefühl kann man doch alleweil voraushaben.“

„Du aber hast ja sogar die Stunde richtig vorausgesagt!“

„Was meine selbige Krankheit anbetrifft, so wär’s doch am besten, Ihr erkundigt Euch, Herr, bei den hiesigen Doktoren, ob es ein echter Anfall war oder ein unechter, dieweil ich Euch über selbige Frage nichts mehr zu sagen habe.“