Iwan trat an den Tisch, ergriff bereits das Paket, um es aufzuwickeln, doch plötzlich zog er seine Finger zurück, als hätte er etwas Scheußliches, Furchtbares und Ekelhaftes berührt.
„Die Finger zittern Euch ja immer noch wie im Krampf,“ bemerkte Ssmerdjäkoff und wickelte dann selbst, ohne sich zu beeilen, das Papier auf. Im Umschlag lagen drei Pakete regenbogenfarbener Hundertrubelscheine.
„Hier sind alle, die ganzen Dreitausend, Ihr braucht nicht nachzuzählen. Nehmt es,“ forderte er Iwan auf, mit einem Kopfnicken auf das Geld weisend. Iwan ließ sich auf den Stuhl sinken. Er war kreidebleich.
„Du hast mich erschreckt ... mit diesem Strumpf ...“ sagte er mit ganz eigenartigem Lächeln.
„Habt Ihr es denn bis jetzt wirklich, wahrhaftig nicht gewußt?“ fragte ihn Ssmerdjäkoff noch einmal.
„Nein, ich habe es nicht gewußt. Ich habe immer gedacht, Dmitrij sei es. Bruder! Bruder! Ach!“ Er umklammerte plötzlich seinen Kopf mit beiden Händen. „Hör, sage: Hast du ihn allein erschlagen? Ohne den Bruder oder zusammen mit ihm?“
„Im ganzen nur mit Euch zusammen; mit Euch zusammen habe ich ihn erschlagen. Dmitrij Fedorowitsch aber sind ganz und gar unschuldig.“
„Gut, gut ... Von mir später. Warum zittere ich nur so? ... Ich kann kaum die Worte aussprechen ...“
„Damals wart Ihr alleweil so kühn: ‚alles‘, sozusagen, ‚ist erlaubt‘, jetzt aber sieh doch einer, wie erschrocken Ihr seid!“ stotterte Ssmerdjäkoff verwundert. „Wollt Ihr nicht Limonade trinken, ich werde sogleich bestellen. Selbige kann sehr erfrischen. Nur müßte man vorher dies hier zudecken.“
Und er wies wieder mit einem Kopfnicken auf das Geld. Er bewegte sich bereits, um aufzustehen, Marja Kondratjewna zu rufen und bei ihr die Limonade zu bestellen, doch suchte er noch nach etwas, womit er das Geld hätte zudecken können. Da er aber nichts fand, und das Taschentuch, das er zu dem Zweck hervorzog, wieder ganz vollgeschnaubt war, so nahm er vom Tisch jenes dicke gelbe Buch, das auf ihm lag, und bedeckte damit das Geld. Mechanisch las Iwan Fedorowitsch den Titel: „Die Predigten unseres von Gott erleuchteten Paters Issaak Ssirin“.