Iwan stand mitten im Zimmers, und sein Blick haftete am Boden: er sprach immer noch wie in Gedanken versunken.

„Welcher er?“ fragte Aljoscha und sah sich unwillkürlich um.

„Er ist entwischt.“

Iwan erhob den Kopf und lächelte still.

„Du hast ihn erschreckt, du Taube du. Du bist ein ‚reiner Cherub‘. Dmitrij nennt dich einen Cherub. Cherub ... Der Donnerschrei des Entzückens der Seraphim! Was ist ein Seraph? Vielleicht ein ganzes Sternbild. Vielleicht ist dieses ganze Sternbild aber auch nichts weiter als irgendein chemisches Molekül ... Gibt es ein Sternbild des Löwen und der Sonne, weißt du – das vielleicht?“

„Bruder, setz dich!“ sagte Aljoscha angstvoll. „Um Gottes willen, setz dich auf den Diwan. Du redest irre, leg dich hierher aufs Kissen, sieh so. Willst du nicht, daß ich dir ein feuchtes Handtuch um den Kopf lege? Vielleicht würde es dir davon besser werden?“

„Gib es her, es muß hier auf dem Stuhl liegen, ich warf es vorhin fort.“

„Hier ist es nicht. Aber beunruhige dich nicht, ich weiß schon, wo es hängt, da ist es,“ sagte Aljoscha, der in der anderen Ecke des Zimmers auf dem Toilettentisch ein reines, noch zusammengefaltetes, noch nicht benutztes Handtuch fand.

Iwan sah das Handtuch sonderbar an; seine Besinnung schien im Augenblick zurückzukehren.

„Wart!“ Er erhob sich. „Ich habe doch vorhin, vor etwa einer Stunde, dieses selbe Handtuch von dort, von demselben Platz genommen, mit Wasser angefeuchtet und mir um den Kopf gelegt, und dann habe ich es hierher auf den Stuhl geworfen ... wie kann es jetzt trocken sein? Ein anderes war nicht da.“