„Ew. Exzellenz, entlassen Sie mich, bitte, ich fühle mich sehr krank.“

Und mit diesen Worten, ohne die Erlaubnis abzuwarten, wandte er sich plötzlich um und wollte schon aus dem Saal gehen. Kaum aber hatte er einige Schritte gemacht, da blieb er stehen, als hätte er sich plötzlich bedacht, lächelte still und kehrte auf denselben Platz zurück, wo er soeben noch gestanden hatte.

„Ich bin, Ew. Exzellenz, wie jenes Bauernmädchen ... das da singt ... Sie kennen es ... wie war es doch: ‚Will ich – so s-pring ich, will ich nicht – so s-pring ich nicht!‘ Man lockt sie mit dem Sarafan oder mit dem blauen Brautrock, damit sie hineinspringe und man sie binde und zur Trauung führe, sie aber sagt: ‚Will ich – so s-pring ich, will ich nicht – so s-pring ich nicht ...‘ Das ist so ein Brauch bei einem unserer Volksstämme ...“

„Was wollen Sie damit sagen?“ fragte der Vorsitzende streng.

„Sehen Sie hier ...“ Iwan Fedorowitsch zog plötzlich ein Geldpaket hervor, „da ist das Geld ... dasselbe, das in dem Kuvert dort gelegen hat“ (er wies auf den Tisch mit den Sachbeweisen), „und um dessentwillen man den Vater erschlagen hat. Wohin soll ich es tun? Herr Gerichtsvollstrecker, übergeben Sie es.“

Der Gerichtsvollstrecker nahm das Paket in Empfang und übergab es dem Vorsitzenden.

„Auf welche Weise sind Sie in den Besitz dieses Geldes gelangt ... wenn das wirklich dasselbe Geld ist?“ fragte ihn der Vorsitzende verwundert.

„Ich habe es von Ssmerdjäkoff, vom Mörder, erhalten, gestern ... Ich bin bei ihm gewesen, kurz bevor er sich erhängt hat. Er hat den Vater erschlagen und nicht mein Bruder. Er hat ihn erschlagen, ich aber habe ihn zu töten gelehrt ... Wer wünscht denn nicht den Tod des Vaters? ...“

„Sind Sie bei Verstande oder nicht?“ entfuhr es unwillkürlich dem Vorsitzenden.

„Das ist es ja, daß ich bei Verstande bin ... bei gemeinem Verstande, genau so, wie auch Sie und wie alle diese ... Visagen!“ sagte Iwan, indem er sich plötzlich an das ganze Publikum wandte. „Man hat den Vater erschlagen, und plötzlich tun sie alle, als hätte es sie erschreckt!“ rief er knirschend vor Wut und in jähzorniger Verachtung aus. „Der Freund verstellt sich vor dem Freunde! Die Lügner!! Alle wünschen den Tod des Vaters. Das eine Geschmeiß verschlingt das andere Geschmeiß ... Gäbe es keinen Vatermord – so würden Sie sich alle ärgern und sofort wütend auseinandergehen ... Schauspieler! ‚Brot und Schauspiele!‘ Übrigens, auch ich bin gut! Haben Sie hier Wasser, geben Sie mir zu trinken, um Christi willen!“ Er faßte sich plötzlich an den Kopf.