„Und du hast es schon Gruscha mitgeteilt,“ bemerkte Aljoscha.

„Ja,“ gestand Mitjä. „Heute wird sie nicht am Morgen kommen,“ sagte er, indem er schüchtern den Bruder anblickte. „Sie wird mich erst am Abend besuchen. Als ich ihr gestern nur andeutend sagte, daß Katjä die Sache machen werde, verstummte sie, ihre Lippen verzogen sich. Sie murmelte nur: ‚Mag sie!‘ Sie begriff, daß es wichtig ist. Ich wagte nicht weiter zu fragen. Doch begreift sie jetzt bereits, denke ich, daß jene nicht mich liebt, sondern Iwan.“

„Meinst du?“ entfuhr es Aljoscha unwillkürlich.

„Du hast recht, vielleicht auch nicht. Nur wird sie heute vormittag nicht kommen, ich habe ihr einen Auftrag gegeben ... Weißt du, Iwan wird uns alle überragen. Er muß leben, nicht wir. Er wird gesund werden.“

„Stell dir vor, Katjä zittert natürlich für ihn, und doch zweifelt sie kaum, daß er gesund werden wird,“ sagte Aljoscha.

„Dann ist sie also überzeugt, daß er sterben wird. Nur aus Angst glaubt sie, daß er gesund werden wird.“

„Iwan ist kein Schwächling, er ist von starker Konstitution. Ich hoffe gleichfalls sehr, daß er gesund wird,“ bemerkte Aljoscha sichtlich erregt.

„Ja, er wird gesund werden. Sie aber ist überzeugt, daß er sterben wird. Großen Kummer hat sie ...“

Schweigen trat ein. Irgend etwas sehr Wichtiges schien Mitjä zu quälen.

„Aljoscha, ich liebe Gruscha wahnsinnig,“ sagte er plötzlich mit bebender, tränenerfüllter Stimme.