„Ja, warum denn eigentlich, Ardalljon Borisowitsch?“ fragte die Werschina erstaunt.

Peredonoff schwieg bedeutungsvoll, dann sagte er wie zur Erklärung:

„Es sind solche Schufte, daß sie mir den Hals umdrehen würden, wenn sie hören sollten, daß ich sie angegeben habe.“

Die Werschina versprach zu schweigen.

„Und Sie dürfen auch nicht sagen, daß Sie es von mir haben,“ wandte er sich an Martha.

„Gut, gut, ich werde schweigen,“ rief Martha schnell; denn es lag ihr daran, die Namen der Uebeltäter zu erfahren. Es schien ihr, daß man sie zu einer schimpflichen, harten Strafe verurteilen mußte.

„Nein, schwören Sie lieber,“ sagte Peredonoff vorsorglich.

„Also, bei Gott, ich werde keinem ein Wort sagen!“ beteuerte Martha, „sagen Sie nur schneller wer es war.“

Hinter der Tür aber horchte Wladja. Er war froh, daß er nicht ins Gastzimmer gegangen war: man hätte ihn sonst zum Stillschweigen verpflichtet, so konnte er es aber jedermann weitererzählen. Und er lächelte vor Freude, daß sich ihm hier eine Gelegenheit bot an Peredonoff Rache zu nehmen.

„Etwa um ein Uhr nachts ging ich gestern durch Ihre Straße nach Hause,“ erzählte Peredonoff; „plötzlich höre ich, jemand macht sich an Ihrer Pforte zu schaffen. Erst dachte ich, es wären Diebe. Was soll ich anfangen! Aber schon höre ich, wie sie fortlaufen und gerade auf mich los. Ich drückte mich an die Wand, daß sie mich nicht bemerken konnten. Aber ich habe sie erkannt. Der eine hatte einen Maurerpinsel, der andere einen Eimer. Es waren berüchtigte Schurken, die Söhne des Schlossers Ardejeff. Während sie vorbeilaufen, höre ich, wie der eine zum andern sagt: ‚Die Nacht war nicht umsonst. 55 Kopeken haben wir verdient.‘ Schon wollte ich einen packen, aber ich fürchtete mich, weil sie mir die Fratze mit Pech besudelt hätten, und außerdem hatte ich neue Kleider an.“