„Deswegen brauchen Sie sich nicht zu beunruhigen, Pawel Wassiljewitsch,“ sagte Nadeschda Wassiljewna, „bisher hat noch keine derartige Gefahr für die Welt bestanden. Ich will nun mal nicht ohne Mischas Zustimmung heiraten, und wie Sie bereits gehört haben, ist er nicht einverstanden. Es ist auch einigermaßen begreiflich, versprechen Sie ihm doch gleich mit den ersten Worten Prügel. Da könnten Sie mich am Ende auch schlagen!“

„Aber ich bitte Sie, Nadeschda Wassiljewna,“ rief Wolodin verzweiflungsvoll, „unmöglich glauben Sie, daß ich mir solche Roheiten werde zuschulden kommen lassen.“

Nadeschda Wassiljewna lächelte.

„Ich selbst habe keinerlei Bedürfnisse zu heiraten,“ sagte sie.

„Vielleicht werden Sie ins Kloster gehn?“ fragte Wolodin mit gekränkter Stimme.

„Oder in Tolstois Sekte und Mist führen,“ verbesserte Peredonoff.

„Warum sollte ich irgendwohin gehen?“ sagte Nadeschda Wassiljewna streng und erhob sich, „ich hab es hier sehr gut.“

Auch Wolodin war aufgestanden, streckte seine Lippen weit vor und sagte:

„Da nun Mischa aus seinen Gefühlen zu mir keinen Hehl gemacht hat, da ferner Sie — wie es zutage liegt — ihn um Erlaubnis bitten, so kommt es folgerichtig heraus, daß ich die Stunden bei Ihnen im Hause aufgeben muß, denn wie soll ich Unterricht erteilen, wenn sich mein Schüler so zu mir verhält!“

„Nein, warum denn?“ entgegnete Nadeschda Wassiljewna, „das ist wieder eine Sache für sich.“