Am Abend ging Peredonoff in den Klub; man hatte ihn zu einer Kartenpartie gebeten. Auch der Notar Gudajewskji war gekommen, derselbe über dessen Sohn Peredonoff noch vor wenigen Tagen eine scharfe Auseinandersetzung mit ihm gehabt hatte. Peredonoff erschrak, als er ihn sah. Gudajewskji verhielt sich aber ganz still und Peredonoff beruhigte sich wieder.

Man spielte lange und trank viel. Es war schon spät in der Nacht, als Gudajewskji plötzlich auf Peredonoff zustürzte, ihn ohne weitere Erklärung einigemal ins Gesicht schlug und ihm dabei die Brille zerschlug. Dann entfernte er sich ebenso plötzlich und verließ das Lokal. Peredonoff leistete nicht den geringsten Widerstand, stellte sich betrunken, ließ sich zu Boden fallen und schnarchte. Man rüttelte ihn auf und brachte ihn nach Hause.

Tags darauf sprach man in der ganzen Stadt von der Affäre.

Am selben Abend hatte Warwara endlich eine günstige Gelegenheit gefunden, um von Peredonoff den ersten gefälschten Brief zu entwenden. Die Gruschina hatte es als unbedingt erforderlich verlangt, damit bei einem etwaigen Vergleich der beiden Briefe keine Unterschiede zu finden wären. Sonst pflegte Peredonoff diesen Brief bei sich zu tragen, — heute aber hatte er ihn ganz zufällig vergessen: als er sich umkleidete, hatte er ihn aus der Rocktasche genommen und ihn unter ein Lehrbuch auf die Lade gelegt. Da war er liegen geblieben.

Warwara verbrannte ihn dann in Gegenwart der Gruschina.

Als Peredonoff spät in der Nacht heimkehrte, und als Warwara die zerbrochene Brille bemerkte, sagte er ihr, die Gläser wären von selber geplatzt. Sie glaubte es, und meinte die böse Zunge Wolodins wäre schuld daran. Auch Peredonoff glaubte an die böse Zunge Wolodins.

Uebrigens hörte Warwara schon tags darauf von der Gruschina alle Einzelheiten über die Prügelei im Klub.

Als Peredonoff sich am Morgen ankleidete, fiel ihm der Brief ein, er konnte ihn nirgends finden, und erschrak heftig. In wilder Aufregung schrie er:

„Warwara, wo ist der Brief?“

Warwara verlor die Fassung.