Peredonoff und Warwara aßen zu Mittag. Es war ein Sonntag. Jemand kam ins Vorhaus. Warwara schlich an die Tür und guckte durchs Schlüsselloch. Ganz leise kehrte sie wieder auf ihren Platz und flüsterte:

„Der Briefträger. Man muß ihm einen Schnaps geben; er hat wieder einen Brief.“

Peredonoff nickte schweigend, — wahrhaftig — um ein Gläschen Schnaps sollte es ihm nicht leid tun. Warwara rief:

„Kommen Sie herein, Briefträger!“

Er kam ins Eßzimmer, wühlte in seiner Tasche und tat so, als suchte er nach einem Brief. Warwara goß Schnaps in ein großes Glas und schnitt ein Stück von der Pastete ab. Der Briefträger schielte gierig danach. Peredonoff überlegte unterdessen, wem dieser Mensch so außerordentlich ähnlich sähe. Endlich fiel es ihm ein, — es war ja derselbe rothaarige, finnige Kerl, der ihm neulich noch über den Weg gelaufen war.

„Eine schlechte Vorbedeutung,“ dachte Peredonoff. Er ballte die Faust in der Tasche und drohte dem Briefträger heimlich.

Dieser hatte unterdessen den Brief gefunden und gab ihn Warwara.

„Für Sie,“ sagte er ehrerbietig, dankte für den Schnaps, leerte das Glas auf einen Zug, räusperte sich, nahm das Stück Pastete und ging.

Warwara drehte den Brief in ihren Händen und reichte ihn dann ungeöffnet Peredonoff.