„Die Pikdame hat ein Zwillichtuch um und läßt nicht ab von mir,“ flüsterte er.

Warwara stand brummig auf und gab ihm einige Tropfen zur Beruhigung.

Im Lokalanzeiger des Städtchens erschien ein Aufsatz des Inhaltes, daß Madame K... die kleinen Gymnasiasten, die bei ihr in Pension lebten, Söhne aus den besten Adelsfamilien des Landes, zu schlagen pflege. Der Notar Gudajewskji trug diese Nachricht grollend von Haus zu Haus.

Dann tauchten auch andere, geradezu unglaubliche Gerüchte über das städtische Gymnasium auf: man erzählte von einem jungen Fräulein, das sich als Schüler verkleidet hätte, — und ganz allmählich kam es so weit, daß Pjilnikoff und Ludmilla zusammen genannt wurden.

Sascha wurde von seinen Kameraden damit geneckt; er machte sich nicht viel daraus, dann verteidigte er Ludmilla mit Eifer und versicherte, nie wäre etwas Derartiges vorgefallen, wie man ihr und ihm nachsagte.

Einerseits hatte das zur Folge, daß er sich schämte, Ludmilla zu besuchen, andererseits zog es ihn um so stärker hin: ein merkwürdiges Gefühl brennender Scham und höchster Lust erregte ihn, und erfüllte alle seine Gedanken mit verschwommenen, leidenschaftlichen Vorstellungen.

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