Bald darauf kamen Peredonoffs. Warwara knixte tief vor der Frau Direktor, und ihre Stimme zitterte mehr als gewöhnlich, als sie sagte:
„So sind wir denn gekommen. Ich bitte um Ihre Gunst und Freundschaft.“
„Sehr angenehm,“ sagte die Frau Direktor gezwungen und bat Warwara, auf dem Sofa Platz zu nehmen.
Warwara setzte sich mit sichtlichem Behagen auf den ihr zugewiesenen Platz, breitete ihr rauschendes, grünes Kleid weit aus und begann zu reden, bemüht, ihre Verlegenheit hinter einer übergroßen Herzlichkeit zu verbergen:
„Ich war die ganze Zeit über eine Mamsell, da bin ich nun eine Dame geworden. Wir sind Namensbasen, — Sie heißen Warwara und ich heiße Warwara, — und wir haben nicht miteinander verkehrt. Als Mamsell saß ich meist zu Hause, — aber warum soll man immer hinter dem Ofen hocken. Nun werden ich und Ardalljon Borisowitsch offener leben. Wir bitten, uns die Ehre zu geben, — wir waren bei Ihnen, Sie werden zu uns kommen, der Musjö zum Musjö, die Madame zur Madame.“
„Aber man spricht davon, daß Sie nicht mehr lange hier bleiben werden,“ sagte die Frau Direktor. „Ich ließ mir sagen, daß Ihr Mann versetzt werden wird.“
„Ja, bald wird ein Papier kommen, dann werden wir fahren,“ antwortete Warwara. „Bevor das Papier nicht gekommen ist, müssen wir hierbleiben und uns des Lebens freuen.“
Warwara hoffte selber auf den Inspektorposten. Nach der Trauung hatte sie der Fürstin einen Brief geschrieben. Eine Antwort war noch nicht gekommen. Sie hatte beschlossen zu Neujahr noch einmal zu schreiben.
Ludmilla sagte:
„Wir dachten alle, Ardalljon Borisowitsch, Sie würden das Fräulein Pjilnikoff heiraten.“