„Da hat man Gold draufgepappt, ganze Stücke, daß es beinah herunterfällt. Hat man je so eine Verschwendung gesehen!“

Vor der Stadt erwarteten sie die Schlossersöhne mit einer Bande von Straßenjungen, sie liefen und brüllten. Peredonoff zitterte vor Angst. Warwara schimpfte, spuckte auf die Jungen, drohte ihnen mit der Faust. Die Gäste und Marschäle lachten.

Man kam angefahren. Die ganze Gesellschaft wälzte sich mit lärmendem Johlen und Schreien in die Wohnung Peredonoffs. Man trank erst Sekt, dann Schnaps, und dann setzte man sich an die Karten. Die ganze Nacht durch wurde getrunken. Warwara war betrunken, tanzte und jubelte. Auch Peredonoff triumphierte, — es war ihnen doch nicht gelungen, ihn mit Wolodin zu vertauschen.

Wie immer wurde Warwara von den Gästen zynisch und ohne Achtung behandelt; sie glaubte, es wäre so in der Ordnung.

Nach der Hochzeit änderte sich das häusliche Leben bei Peredonoffs nur wenig. Nur, daß Warwara sicherer und unabhängiger mit ihrem Mann verkehrte. Es schien, als hätte sie nicht mehr den Respekt vor ihm, — doch fürchtete sie ihn aus alter Gewohnheit. Auch Peredonoff schrie sie mitunter an, wie er es von früher gewohnt war, zuweilen prügelte er sie sogar. Aber auch er begann ihre größere Sicherheit ihm gegenüber zu spüren. Das erfüllte ihn mit bittrer Traurigkeit. Es schien ihm, daß, wenn sie ihn nicht mehr so wie früher fürchtete, dies daher käme, daß in ihr der verbrecherische Vorsatz erstarkt war, ihn abzuschütteln, um ihn dann mit Wolodin zu vertauschen.

Man muß auf der Hut sein, dachte er.

Warwara triumphierte. Zusammen mit ihrem Mann, machten sie Besuche bei den Damen der Stadt, sogar bei den weniger Bekannten. Bei dieser Gelegenheit entfaltete sie einen komischen Stolz und sonderbare Ungeschicklichkeit. Ueberall wurde sie empfangen, in vielen Häusern allerdings mit großer Verwunderung.

Für die Besuche hatte sie sich rechtzeitig einen Hut machen lassen bei der tüchtigsten Hutmacherin des Ortes aus der Hauptstadt. Die grellen, großen Blumen, in aufdringlicher Fülle angebracht, entzückten Warwara.

Ihren ersten Besuch machten Peredonoffs bei der Frau des Direktors. Von dort fuhren sie zur Frau des Adelsmarschalls.

Am selben Tage, als Peredonoffs sich anschickten, ihre Besuche zu machen (das war bei Rutiloffs natürlich schon längst bekannt), — machten sich die Schwestern auf den Weg zu Warwara Nikolajewna Chripatsch, einfach aus Neugierde, um zu sehen, wie Warwara sich benehmen würde.