„Sie steht ganz auf einer Stufe mit ihrem Manne. Ich erwarte es mit Ungeduld, daß er versetzt wird.“

Nach ihrer Verheiratung verlegte sich Warwara aufs Trinken. Sie trank mit der Gruschina oft zusammen. Einmal, — die Prepolowenskaja war gerade anwesend, und Warwara hatte einen leichten Rausch, — verschwatzte sie sich, als sie vom Brief erzählte. Zwar hatte sie nicht alles gesagt, immerhin aber recht deutliche Andeutungen gemacht. Der schlauen Sophie genügte das vollkommen, — wie Schuppen fiel es ihr von den Augen.

Wie bin ich nur nicht gleich darauf gekommen! machte sie sich den stillen Vorwurf.

Unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählte sie der Werschina von den gefälschten Briefen, — und so ging es wie ein Lauffeuer durch die Stadt.

Wenn die Prepolowenskaja Peredonoff traf, so konnte sie nicht umhin, ihn wegen seiner Leichtgläubigkeit auszulachen. Sie sagte:

„Wie sind Sie doch einfältig, Ardalljon Borisowitsch.“

„Ich bin nicht einfältig,“ antwortete er, „ich bin Kandidat der Universität[11].“

„Nun ja — Kandidat; aber wem es gerade einfällt, der haut Sie übers Ohr.“

„Das tue ich selber, daß ich die Leute übers Ohr haue,“ verteidigte sich Peredonoff.

Die Prepolowenskaja lächelte verschlagen und wich aus. Peredonoff konnte nichts verstehen, — wie kam sie nur darauf? Aus Bosheit! dachte er, alle Menschen sind mir feind.