Ja, alt ist sie, dachte er, aber wie mächtig ist sie doch! Und seinem Widerwillen paarte sich das Verführerische. Sie ist nur ganz wenig warm und riecht ein bißchen nach Leichen, — stellte Peredonoff sie sich vor und erstarb in wilden, wollüstigen Schauern.

Vielleicht kann ich mich mit ihr einigen, und sie wird sich erbarmen. Soll ich ihr einen Brief schreiben?

Und diesmal überlegte Peredonoff nicht lange und verfaßte einen Brief an die Fürstin. Er schrieb:

„Ich liebe Sie, weil Sie kalt und fern sind. Warwara schwitzt; es ist heiß, mit ihr zusammen zu schlafen; es weht von ihr, wie von einem Ofen. Ich wünsche mir eine kalte und ferne Geliebte. Kommen Sie hierher und entsprechen Sie meinen Wünschen.“

Er schickte den Brief ab und bereute es. Was wird da herauskommen? Vielleicht durfte ich nicht schreiben, dachte er, vielleicht mußte ich warten, bis die Fürstin selber kommt.

Dieser Brief war so zufällig geschrieben, wie Peredonoff vieles zufällig tat, — wie ein Toter, der durch äußere Gewalten bewegt wird, aber diese Gewalten gehen nur ungern daran, sich mit ihm abzugeben: — die eine Kraft spielt mit dem Kadaver und überläßt ihn dann einer anderen.

Bald erschien auch das graue, gespenstische Tierchen, — es tummelte sich lange Zeit um Peredonoff, wie auf einem Lasso, und neckte ihn immerzu. Und ganz lautlos war es geworden und lachte nur, am ganzen Körper bebend. Aber es flammte auf in trübgoldnen Funken, — das böse, zudringliche Tier, — es drohte und brannte in unerträglichem Triumphe. Und der Kater bedrohte Peredonoff, er funkelte mit den Augen und miaute unverschämt und drohend.

Worüber freuen sie sich? dachte Peredonoff betrübt und begriff plötzlich: das Ende ist nahe. Die Fürstin ist schon hier, nah, ganz nah.

Vielleicht in diesem Kartenspiel.

Unzweifelhaft, — sie ist es, — die Pik- oder die Coeurdame. Vielleicht versteckt sie sich auch im anderen Spiel oder hinter anderen Karten, und wer sie ist, — man weiß es nicht. Das Unglück wollte es, daß Peredonoff sie nie gesehen hatte. Warwara zu fragen, lohnte nicht, — sie würde doch lügen.