„Wann werden Sie eigentlich Ihre Inspektorstelle beziehen, Ardalljon Borisowitsch?“

Warwara antwortete der Prepolowenskaja für ihn, mit verhaltener Wut:

„Wenn die Ernennung eintrifft, werden wir fahren.“

Peredonoff wurde durch diese Fragen noch trauriger:

Wie soll ich denn leben, wenn man mir keine Stelle gibt? dachte er.

Er schmiedete immer neue Pläne zur Abwehr seiner Feinde. Er stahl aus der Küche das Beil und versteckte es unter dem Bett. Er kaufte sich ein schwedisches Messer und trug es stets bei sich in der Tasche. Immer schloß er sich ein. Zur Nacht legte er Schlageisen rings um das Haus, auch in die Zimmer, und sah dann nach, ob sich niemand darin gefangen hatte.

Diese Schlageisen waren natürlich so konstruiert, daß sich nie ein Mensch darin fangen konnte: sie klemmten wohl, hielten aber nicht fest, und man konnte mit ihnen auf und davon gehen. Weder hatte Peredonoff technische Kenntnisse, noch ein rasches Auffassungsvermögen. Als er sich von Morgen zu Morgen davon überzeugte, daß sich niemand gefangen hatte, glaubte er, seine Feinde hätten die Schlageisen verdorben. Und das erschreckte ihn wieder.

Peredonoff beobachtete ganz besonders scharf Wolodin. Oft ging er zu Wolodin, wenn er wußte, daß dieser nicht zu Hause war, — und stöberte bei ihm, ob er ihm nicht irgendwelche wichtigen Papiere gestohlen hätte.

Peredonoff begann zu erraten, was die Fürstin eigentlich wollte, nämlich, daß er ihr wieder seine Liebe zuwenden sollte. Sie war ihm widerlich und ekelhaft.

Hundertfünfzig Jahre ist sie alt, dachte er wütend.