Durch diesen Mord war sein Herz hart, ganz hart geworden. Denn der eingebildete Mord war in Peredonoffs Vorstellung ein wirklich geschehener Mord. Ein sinnloser Schauder hatte ihn gepackt und reifte in ihm die Bereitschaft zum Verbrechen. Und die unbewußte, dunkle, sich in den niedrigsten Instinkten seines Seelenlebens verbergende Vorstellung von einem bevorstehenden Morde, der quälende Drang zum Morde, dieser Zustand seiner ursprünglichen Bosheit, — knechtete seinen frevlerischen Willen. Noch geknechtet, — wie viele Geschlechter trennen uns vom Urvater Kain! — suchte sich dieser Drang Befriedigung im Zerbrechen und Verderben von allerhand Gegenständen, im Zuhauen mit der Axt, im Schneiden mit dem Messer, darin, daß er die Bäume im Garten fällte, damit der Spion nicht hinter ihnen vorgucken konnte. Und an dieser Zerstörungswut freute sich der uralte Dämon, der Geist der vorzeitlichen Verwirrung, das morsche Chaos, während die wilden Augen des wahnsinnigen Menschen ein Entsetzen widerspiegelten, nur vergleichbar dem Entsetzen fürchterlichster Qualen vor dem Tode.

Und immer wiederholten sich dieselben und dieselben Schrecken und quälten ihn.

Warwara machte sich gelegentlich lustig über Peredonoff und schlich an die Tür jenes Zimmers, in dem er saß und redete mit verstellter Stimme. Er bebte vor Furcht, ging leise, leise, um den Feind zu fangen, — und fand Warwara.

„Mit wem flüsterst du?“ fragte er sie bedrückt.

Warwara schmunzelte und sagte:

„Das scheint dir nur so, Ardalljon Borisowitsch!“

„Alles kann mir doch nicht nur scheinen,“ murmelte er traurig, „es gibt doch eine Wahrheit in der Welt.“

Ja! Auch Peredonoff suchte nach dieser Wahrheit, folgend der Gesetzmäßigkeit eines jeden bewußten Lebens, und dieses Suchen quälte ihn. Ihm war es unbewußt, daß er, so wie alle Menschen, nach der Wahrheit verlangte, und darum war seine Unruhe so verworren und düster. Er konnte die Wahrheit für sich nicht finden, und hatte sich verirrt und kam um.

Schon begannen die Bekannten Peredonoff mit der Fälschung zu necken. Mit der in unserer Stadt eigentümlichen Grobheit den Schwachen gegenüber sprach man in seiner Gegenwart von dem Betrug.

Die Prepolowenskaja fragte spöttisch lächelnd: