Wolodin zeigte Rutiloff den Brief.

„Geh hin, natürlich geh hin!“ überredete ihn Rutiloff. „Sieh zu, was dabei herauskommt. Vielleicht ist es eine reiche Braut; sie hat sich in dich verliebt; aber ihre Eltern sind dagegen; darum will sie sich eben mit dir aussprechen.“

Aber Wolodin dachte lange, lange nach und beschloß, daß es nicht der Mühe wert wäre hinzugehen. Er sagte stolz:

„Sie wirft sich mir an den Hals! aber solche sittenlose Mädchen liebe ich nicht.“

Er fürchtete sich, dort verprügelt zu werden: die Militärbadstube war in einer ganz verrufenen Gegend, am äußersten Ende der Stadt.

Als die dichtgedrängte Menge sich in allen Räumen der Muße verteilt hatte, schreiend, übertrieben lustig, — hörte man an der Eingangstür des Saales lauten Lärm, Gelächter, ermunternde Zurufe. Alles drängte dahin. Es ging von Mund zu Munde, — eine furchtbar originelle Maske wäre erschienen.

Durch die Menge bahnte sich den Weg ein magerer, langer Mensch. Er trug einen geflickten, schmutzigen Schlafrock, hielt einen Birkenquast unter dem Arm und eine Kippe[13] in der Hand. Seine Maske war aus Karton geschnitten, — eine dumme Fratze mit einem spärlichen Backenbärtchen, auf dem Kopf trug er aber eine Mütze mit der Beamten-Kokarde des Zivildienstes. Ganz erstaunt wiederholte er fortwährend:

„Man sagte mir, hier wäre ein Maskenfest, und kein Mensch wäscht sich.“

Traurig schwenkte er seine Kippe. Die Menge folgte ihm, kam aus dem Staunen nicht heraus und freute sich harmlos über den gelungenen Scherz.

„Der bekommt den Preis,“ sagte Wolodin neidisch.