„Niemand will dich an der Nase herumführen.“

„Vielleicht wollen sie mich zum Beispiel auslachen,“ erklärte Peredonoff, „laß sie nur herauskommen, wenn sie dann Lust bekommen zu lachen, dann werde ich sie auslachen.“

Rutiloff überlegte, schob seinen Hut in den Nacken, zog ihn dann wieder in die Stirn und sagte endlich:

„Also warte jetzt, ich will gehen es auszurichten. Sonderbarer Kauz. Du komm inzwischen in den Hof, sonst — der Teufel mag wissen — kommt noch jemand gegangen und wird alles sehen.“

„Es ist doch einerlei,“ sagte Peredonoff, ging aber doch hinter Rutiloff durch die Pforte.

Rutiloff begab sich ins Haus zu seinen Schwestern; Peredonoff wartete unterdessen auf dem Hof.

Im Salon — einem Eckzimmer — mit den Fenstern zur Pforte, saßen die vier Schwestern. Sie hatten alle dieselben Gesichter, glichen dem Bruder, waren nett anzusehen, rosig und fröhlich. Die verheiratete Larissa, ruhig, sympathisch und stattlich; die flinke und quicke Darja, sie war die größte und schmächtigste von den Schwestern; die immer lachende Ludmilla und die sich zierende Valerie, klein, zart und dem Aussehen nach zerbrechlich. Sie naschten Rosinen und Nüsse und schienen aufgeregt etwas zu erwarten, denn sie lachten mehr als gewöhnlich in Erinnerung an die letzten Klatschgeschichten der Stadt und machten sich außerdem über Bekannte und Unbekannte lustig.

Vom frühen Morgen an hatten sie sich zur Trauung bereit gehalten. Es erübrigte, nur ein passendes Brautkleid anzuziehen und den Schleier und die Blumen anzustecken. Von Warwara wurde überhaupt nicht gesprochen, so als existierte sie nicht. Aber schon der Umstand, daß sie, die sich rücksichtslos über alles und jedes lustig machten, die über alle den Stab brachen, den ganzen Tag lang allein über Warwara kein Sterbenswörtchen zu sagen wußten, — schon allein dieser Umstand bewies zur Genüge, daß ein unangenehmes Erinnern an sie wie ein spitzer Nagel im Kopfe einer jeden von ihnen bohrte.

„Ich hab ihn hergelockt!“ erklärte Rutiloff bei seinem Eintritt in den Salon, „er steht an der Pforte.“

Ganz erregt sprangen die Schwestern auf und fingen alle mit einmal zu schwatzen und zu lachen an.