Larissa sagte in beruhigendem, zärtlichen Ton:
„Du wirst ihn schon unter den Pantoffel kriegen. Wenn er nur erst geheiratet hat.“
Allmählich wurde Valerie ruhiger.
Peredonoff stand allein draußen und gab sich lüsternen Gedanken hin. Er träumte von der Brautnacht: Valerie nackt, verschämt und doch fröhlich in seiner Umarmung, so schmächtig wie sie war, so subtil ...
Das alles malte er sich aus, während er ein Bonbon nach dem andern aus seiner Tasche zog und daran lutschte.
Auf einmal fiel es ihm ein, daß Valerie recht kokett wäre. Sie wird ja Toilette machen wollen — überlegte er — und überhaupt Aufwand treiben. Dann wird es gewiß nicht mehr möglich sein allmonatlich Geld auf die Sparbank zu tragen, und alles Ersparte wird draufgehn. Und seine Frau wird Launen zeigen, und — womöglich — nicht einen Fuß in die Küche setzen. In der Küche werden dann die Speisen vergiftet werden, denn Warja wird sich rächen wollen und die Köchin bestechen. Und außerdem ist sie mir viel zu mager, dachte Peredonoff. Man weiß überhaupt nicht, wie man sie anfassen soll. Man kann sie nicht schimpfen, man kann sie nicht stoßen, man kann sie nicht anspucken. Sie fängt zu schluchzen an und wird einen vor aller Welt blamieren. Nein, — es ist unheimlich, sich mit ihr einzulassen.
Ludmilla ist darin ganz anders. Soll ich sie heiraten? Peredonoff trat ans Fenster und klopfte mit seinem Stock an das Fensterkreuz. Nach einer halben Minute steckte Rutiloff seinen Kopf heraus.
„Was willst du?“ fragte er beunruhigt.
„Ich habe mich bedacht,“ brummte Peredonoff.
Rutiloff trat vom Fenster zurück.