Ludmilla wurde eilig angekleidet. Nach fünf Minuten war sie fertig.
Peredonoff dachte an sie. Sie ist fröhlich und mollig. Nur eins, sie liebt zu lachen. Würde sie ihn auslachen? Gräßlicher Gedanke. Darja ist freilich munter, aber doch solider und ruhiger. Hübsch ist sie auch. Es ist besser sie zu heiraten. Er klopfte wieder ans Fenster.
„Er klopft wieder,“ sagte Larissa, „am Ende gilt es jetzt dir, Darja!“
„So ein Teufel,“ schimpfte Rutiloff und lief ans Fenster.
„Was willst du noch?“ fragte er böse, „hast du dich wieder bedacht, he?“
„Bring Darja her,“ antwortete Peredonoff.
„Das will ich dir eintränken,“ flüsterte Rutiloff wütend.
Peredonoff stand und dachte an Darja — und wieder kam an Stelle des sinnlichen Wohlgefallens ein Gefühl der Furcht. Sie ist zu lebhaft, zu dreist, sie wird mich quälen. — Und was steh’ ich hier, worauf warte ich eigentlich — dachte er. — Ich werde mich erkälten. Dort im Graben am Straßenrand, im Grase beim Zaun hat sich jemand versteckt, der springt plötzlich auf und wird mich ermorden! Peredonoff hatte große Angst. Außerdem, überlegte er, bekommen sie keine Mitgift. Irgendwelche Verbindungen nach oben hin haben sie nicht. Warwara wird bei der Fürstin klagen. Und der Direktor ist sowieso nicht gut auf mich zu sprechen.
Peredonoff ärgerte sich über sich selbst. Was hatte er sich überhaupt mit den Rutiloffs einzulassen. Es war geradeso, als hätte ihn Rutiloff behext. Ja wirklich, er muß mich behext haben. Ich muß rasch etwas dagegen tun.
Peredonoff drehte sich wie ein Kreisel herum, spuckte nach allen Seiten und murmelte Beschwörungsformeln. Sein Gesicht war ernst und aufmerksam, als hätte er etwas Wichtiges vor. Dann fühlte er sich leichter und glaubte gesichert zu sein vor Rutiloffs Zauberkünsten. Sehr energisch klopfte er mit seinem Stock ans Fenster und flüsterte dabei: