28) P. II, 445/46. [Stolp.] Es sein aber weinig hewser mit ziegel gedecket, der vrsach, das die stat jm jar 1476 auff Tiburtij von eigenem fewr gantz vnd gar ausgeprant, also das allein ein haws stehen geplieben, vnd darnach ehe die hewser widder gebawet vnd die giebel bevhestet worden, ein starcker windt entstanden, der die giebel vnd mawren eingeworffen, vnd die bürger des brandschadens halber vnvermugener worden, vnd sich bishero nicht erholen mugen, auch der kauffmanshandel so da gewest gein Dantzig verrücket, vnd fürnhemblich auch vmb mangels willen der zigelerde.
29) K., 141/2. Im Jahr 1209 hat Jaromar, der Furt von Rhugen, im Land zu Bart begünt die herrliche Stat Stral-Sund gegen dem Land zu Rhügen uber, welche man auch slechts den Sund nennet. Und meinen etliche, weil die Denen zu dem mal des Orts viel Handlung gehapt, es sol ein denisch Nhamen sein von der Insel Strela, welche man doch itzt nicht weis, wor sie gelegen ist, und dem Nhamen Sund, das auff denisch bedewtet einen Strom oder Hafenung. Etliche meinen, die Stat sey von einem Fischer, der Stral geheissen und an der Stette, do man die Stat daselbst auffgelegt, gewonet hat, genennet worden; und dasselbig glawb ich lieber; auch giebt mir das desselbigen so viel Glawbens mehr, das die Denen je so oft diesse Stadt Stralbuhe, das ist Strals Stat, wan Stral-Sund nennen.
30) P. II, 162/3. [Die Lübecker zerstören i. J. 1273 Stralsund.] Hiernach baweten die uberblieben Burger und die Rhüyaner die Stat widder, das Mererteil in Holtz wie zuuor. So brante sie nicht lange darnach noch einmal von irem eigenen Fewr gar aus. Darumb vereinigten sich die Burger samptlich das keiner widderbawen solte anders, wan von lawtern Steinen. Und haben Vertrag gemacht mit den Hollendern und andern Nidderlendischen, das sie in irer Stat solten alle Freyheit und Handlung haben, und haben von inen Gelt genhomen und sich auff genugsam Kalck und Steine und andern Vorrhat versorgt und die Stat aus lawterm gebranten Steine auffgebawet und die Gassen so hupsch gerade aus und das eine Haus wie das ander, das einer meinen moge, die Stat sey uberal in einer Stunde gebawet, und ist auch keine Sehstadt an dieser Ostsehe, die durchaus so einlich gebawet were als sie. Lubeck ist wohl grosser und hat an etlichen Ortern statlicher Hewser, aber so eintrechtig und gerade nicht durchaus wie der Sund. Und von diesser Zeit an ist der Sund so gestalt wie man ine noch sicht.
31) P. II, 437/8. [Stralsund] ist eine sehr wolerpawete stat von eitel zigelsteinen, vnd die hewser eins dem andern fast auch einlich, vnd die gaßen so ordentlich oder schnurgleich, als man keine jres gleichen an der gantzen ostsehe findet. Ist sehr stark und vheste, hat zehen thore, sechs zu wasser vnd vier zu lande. An der einen seiten leit es an der sehe, gegen dem lande zů Rhügen, auff der andern seiten hat es vmb vnd vmb große tieffe teiche vber armbrustschoß langk, dazwischen demme gehen, dadurch man zur stat khumpt, welche mit zwingern verwaret sein. Aber die stat hat gar keine welle, sondern zwüschen den teichen vnd der stat ist noch an etzlichen ortten ein kleiner graben. In der stat sein die gaßen sehr enge, vnd an allen ecken große ketten, die man vor die feinde vberhenget, vnd ist die stat dadurch so vheste, wo die bürger nhur menner wollen sein, das sie den feind mochten in die stat laßen, vnd auff jren hewßern stehen, vnd den feind in den gaßen mit steinen tot werffen[176].
32) P. II, 440. [Stralsund.] Der weinigste teil [der Lastträger etc.] wonet in den hewßern oder buden, sonder allein vnter der erden in den kellern; den es wonen hie etzliche tawsent in den kellern.
33) K., 34–36. Weil wyr itzt so auff Wineta khomen, wollen wir anzeigen, was Helmoldus darvon schreibt, welchs also lawtet: »Wineta ist gewest eine gewaltige Stat, welche hatte eine gutte Hafen vor alle umbliegende Volcker, und nachdem viel von der Stat gesagt wird und das auch schyr ungleublich ist, so wil ich des wes erzellen. Es solle gewest sein so gros eine Stat, als zu der Zeit Europa eine haben mochte, welche bewhonet haben durcheinander Greken, Slauen, Wende und ander Volcker. Es haben auch die Sachssen Macht gehapt da zu wohnen, doch das von denselben Volckern keiner den Christentumb habe berhomen und bekhennen müssen. Dan alle Burger seint abgottlich geplieben bis zu entlicher Zerstorung und Unterganck der Stat. Sunst aber von Zucht, Sitten und Herbergen solt man kawm irgentz fromer Volck noch ires gleichen spüren. Die Stat ist von allerley Kauffwahr aus allen Landen erfüllt gewest, hat alles gehapt, was nhur seltzam, lustig und nottig gewest ist. Dieselbe Stat solle ein Khonig aus Denemarcken durch eine große Schiffung und Krieg erobert und zerstoret haben. Es seint noch verbanden Beweisung und Gedechtnus der Stat, und die Insel, daran sie gelegen, wirt mit drey Stromen[177] durchflossen, davon einer sol sein grüner Farb, der ander grawlecht, und der dritte solle stets prallen und rawschen von Storm und Winde.« So weit Helmoldus, der geschrieben hat ungefer vor IIIIC Jar.
Und ist war, das man die Nachweisung noch diessen Tag sihet. Dan wan einer von Wolgast über die Pene in das Land zu Usedhom zihen wil und gegen ein Dorff, Damerow geheissen, khumpt, welchs bey zwu Meilen von Wolgast ist, so sihet man noch ungeferlich ein gros viertel Wegs in der Sehe grosse Steine und Fundament; dan das Meer hats so weit eingewaschen. So byn ich auch sampt andern hinzugefharen und hab es eigentlich besehen, aber kein Mawerwerk ist mehr da; dan es seint so viel hundert Jar sidder der Zerstorung, das es nicht müglich, das es vor dem ungestewmen Meer so lange bleiben mochte. Allein seint die grossen Fudamentstein noch vorhanden und liegen noch so an der Rhege, wie sie unter eim Hawse ligen pflegen, eins neben dem andern, und an etlichen Orten andere noch droben. Darunter seint so grosse Steine an vielen Orten, das sie wol ellenhoch uber Wasser scheinen, als das man achtet, sie werden ire Kirchen und Ratshewser daselbst gehapt haben. Die andern Steine aber liegen feyne noch in der Ordnung und zeigen sichtlich an, wie die Gassen seint in die Lenge und Qwere gegangen. Und die Fischer des Orts sagten uns, das noch gantze Steinpflaster der Gassen da weren und weren ubermoset, auch mit Sande bedeckt, das man sie nicht sehen konte. Sunst wan man einen spitzen Stangen hinein stiesse, so khonte mans wol fülen, und die Steine ligen ungeferlich so:
Anordnung der Steinpflaster
Und wie wyr hin und widder über die Fundamente fhureten und die Gelegenheit der Gassen anmerckten, sahen wyr, das die Stat in die Lenge ist gebawet gewest und hat sich mit der Lenge erstreckt von Osten ins Westen. Nhun tieffet sich aber die Sehe, wan man bas hinein khumpt, je lenger je mehr; darum khan man die ubrige Grosse der Stat nicht alle sehen. Aber was wyr sahen, deuchte uns, das es wol so groß war als Lubeck. Dan die Lenge macht wol ein klein virteil Wegs, und die Breite was grosser wan die Breite der Stat Lubeck. Daraus mag man gissen, was villeicht die ander Grosse, die wyr nicht sehen khonnten, sein moge. Und ich achts dafur, do diesse Stat zerstoret sey, das do Wisbu in Gotland widder auffgekhomen sey.
34) K., 36. [Wisby] Das ist auch eine gewaltige Stat gewest von eitel gehawenen Steinen und die Hewser alle oben gewelbt on Techer, darauff viele Vischteiche haben gehapt. Doselbst haben alle diesse Sehestette bisher ire Wasserrecht geholet. Itzund aber in kurtzen Jaren hat sie durch Mewterey und andern Unfall so abgenhomen, das man sie kawm mehr nennet und das uns die Steine von iren verfallen Hewsern hergepracht werden, da wyr Steinkalck von brennen.