Bernstein.

41) K., 409. Ich weis nichts Sonders, das dis Meer [die Ostsee] Seltzams tragt, allein Bernstein, den die Hochteutzschen weissen Agtstein nennen. Das ist etwar Hartz oder Glar aus feisten Bewmen, villeicht aus Keinen- oder Fichten-Bewmen, welchs bey Somerzeiten ausfleust und ins Mehr fehlt und alda wie ein Stein gehertet wirt und darnach, wan das Mehr durch Storm geruret wird, an Land khumpt. Das es aber Hartz oder Glar sey, khan man daraus haben, das es prent und reucht wie Hartz, und das man offt inwendig Mücken und ander Dinck darinne find, welchs do der Hartz weich geweist, darin gefallen und darnach darin gehertet ist worden. Wiewol Valerius Cordus meinet, der Barnstein khome her von einer sonderlichen Ader oder Flusse aus der Erden, wie Petrolium, und darnach von der Lufft oder der Sehe also wie ein Stein gehartet wirt. Diesserselbe Bernstein wirt nirgentz anders gefunden, wan in Pomern und in Preussen, und slecht zu Lande, wan der Norden-Wynt hart stormet. In Pomern ist er itzund weiniger acht, und mag ine ein iglicher suchen und lesen, wer nur wil, on alle Ungelt und Hindernus; aber zu der Zeit, do man Paternosterstein daraus pflag machen, was er in hoher Acht, und müste ine damals nicht ein iglicher lesen, sonder die Amptleute nhamen ine von wegen der Herrschafft zu sich. Wan er gefunden wirt, ist er gar ungeschaffen wie ein Rust; darnach poliret man ine, und er ist zweyerley, weis und gelb. Der weisse ist nicht so durchscheinig wie der gelb, doch haltet man mehe davon wan von dem gelben. Dan man meint, er sey zum Steine und zu der Frawen gepurt gut. Den gelben gepraucht man nicht so sehr.

Bergbau.

42) K., 407. Das Land [Pommern] hat gar keine Ertze wan Eisen und Saltz, auch keine Weinberge sonder allein umb Gartz und Stettin. Es wuchsse aber wol an vielen Orten Wein und wer auch wol die Gelegenheit darnach, aber das Volck ist so unachtsam, das es sich nicht darzu bemuhet, und lassen sich benügen mit irem Bier.

Tierzucht.

43) K. 362. [Der Leibhengst des Herzog Bugslaff i. J. 1496:] Darin hielt er den Unterscheid, wan der Knecht darauff saß, das er slecht und alber hereinher trat und gar keinen Pranck treib; aber wan man ime die Sammytdecke und Hinterzeugk aufflegte, das er merckte, das Hertzog Bugslaff selbst reiten wolte, so reckte er das Haupt und den Mot auff, trampfete und kratzte mit den Füssen etc... [Vergl.Nr. 39;76;105.]

44) P. II, 463. Das land [Ruͤgen] hat sunst nichts nhamhaftiges, allein das es große und viele gense hat. Alles was die einwoner zu kawffe haben, das müßen sie zum Sunde vnd nyrgentz anders zu markte bringen. Darvmb saget man auff schertz, wen die Rhügianischen gense aus dem thore gehen, so recken sie den hals auff nach dem Sunde, das sie dahin zu markte wollen.

45) K., 280. Hertzog Barnym der alte hat nhur al sein Thun auff Jagent gelegt und hat die Hunde so lieb gehapt, das er einmal gesagt, do man ine gepeten, das man zu Gutzkow ein Haus vor die Armen pawen wolte, so er wes ubrigs hette, wolte er ein Hospital vor alte kranke Hunde auffrichten. [c. 1450.]

46) P. II, 435. [Zu Ruͤgen] leget der adel vnd auch die pawren viel fleißes daran, das sie schöne windhunde erziehen, die sie den außer landes verschencken, vnd pflegen gern sonderlich gut sein...

47) P. II, 435. Auf Wittow aber haben die fürsten ein hasengehege, da seint vberaus viel hasen, vnd muß kein pawer daselbst einen hund haben, er habe den nhur drey bein, oder sey sunst gelehmet. [Vergl.Nr. 79;80.]