Christliche Altertümer.
Heilige.
108) K., 81. Anm. 1. St. Otto..., den die Pommern vor iren Apostel halten und ehren.
109) K. 73. Sanct Adelbert... und Sankt Steinslaf.... Die [Polen] halten die beiden Heiligen vor ire sondere Patronen.
110) K., 168. Hertzog Przemislaff von Posen hat zur Ehe genhomen Heinrichs, des Fursten von Mekelburgk Tochter Lutgarten, welche im Hertzog Barnim als der Grosvater verheirate und furstlich ausrichtete. So hette Przemislaff keine Erben mit ir, darum wurt er ir gram und verhengte, das ire eigene Hofmeisterin und Camerjunckfraw sie heimlich mit einem Stricke wurgten und sagten, sie wer sunst gestorben. So singen die Polen noch ein kleglich Lied von ir, wie sie so jemerlich gepeten hab, das man ir nur das Leben liesse und sie slechts in einem blossem Hembd widder in ires Vaters Land ziehen liesse. Aber es halff nicht. Und die Polen halten sie vor heilig.
Kreuz.
111) K., 288. [Ao. 1456.] Einem unschuldig Gerichteten wird »ein steinen Creutz, an der Stell, da sie inen gerichtet, zur Gedechtnus« gesetzt. [Vergl.Nr. 112.]
Klerus.
112) K. 373/4. [Ao. c. 1503.] Es ist eine arme Frawe zum Sunde gewest, dieselbe hette einen Sohn, der was Priester geworden und hette keine gewisse Zinse, da er sich von halten mochte, und würt auch nirgentz zugestattet, allein das er, wie es zu der Zeit was, offte Messe hielt und Presentz darvon kreig. So hette ime die Mutter gern geholffen sehen und nham ein alt, wormlocherig Crucifix, das oben auff dem Heupt einen Pfropff hette, und zog den Pfluggen aus und goß warm Hüner-Blut darein und machte den Pfluggen widder ein, das mans nicht mercken khonte, und hinges widder an seinen Ort in Marien Kirche und ginck darvon in Hoffnung, es solte ein grosser Zulauff und Gotsdienst darzu werden; und alsdan wolte sie sagen, es were ir eine Offenbarung darvon geschehen, und so iren Sohn darzu bringen, das er einer wurde, der darzu dienete. So dringte das Blut balde durch, und das Volck wurt es enwahr und erschrocken hart und machten ein groß Geschrey von dem Mirakel, das das Creutz Blut schwitzete, und man meinte, es were ein groß Wunder und Drowzeichen Gots, das die Stat solte vergehen. Und lieff jedermann zu, das ers sahe, und opfferten dem Crucifix und in einer kurtzen Weile sahe man etliche hundert brennende Lichter und Kertzlin darvor stehen. Die schwartzen Munniche als die es horeten, wolten auch des Ablasses teilhafftig sein und gingen mit statlicher Procession hyn und druckten ein weis, reine Leinentuch umb das Crucifix, und entpfingen da des Bluts auff und gedechten auch noch, eine Jarmarckt damit anzurichten. Aber dem Kirchhern misdeuchte darbei.... [Der Betrug wird erkannt und vernichtet, der Thäter gebannt.]
113) K., 360. [Ao. 1496.] Wile nach Vermoge der Concordaten Principum Germaniae der Papst alle Prelaturen in Teutzschenlanden, so im Bapst-Monat oder zu Rhom lossturben, zu verlehenen hette. [Vergl.Nr. 87;91;92;125;126;132;137.]