142) K., 355. [Ao. 1496.] Peter Podewils... khonte die Fliche [von einem auf der Jerusalemfahrt erhaltenen Schuße] on Schaden des Gesichts lange nicht ausschneiden oder ausbrechen lassen und muste sie also mit grossen Schmertzen tragen, bis sie die Lenge selbst ausgerottet ist; aber es hat ime durch Gottes Hulffe nichts am Gesichte geschadt.
143) K., 402/3. [c. 1530.] Das Awge, das er [Herzog Georg von Pommern † 1531] ausgestochen, was ime doch so widder geheilet, das mans ime nicht wol ansehen khonte, das er nichts mit sahe. Aber dennoch sahe er ein weinig grewlicher domit wan mit dem andern.
144) K., 312. [Dr. Georg Walther starb Ao. 1469 plötzlich] wie man achtet, das er einen welschen Pfeil empfangen hatte.
145) K., 400. Im Jar 1529 umb Pfingsten entstund im Land zu Pomern bey der Oder und umb das frische Haff eine seltzam Kranckheit: es kham den Lewten an, das sie bey irem Arbeite von Stund an on bewuste Ursach lam wurden an Henden und Fussen, und hetten sich nicht helffen khonnen, wan sie gleich sterben hetten sollen... Dieselbigen Lewte müste man warm zudecken und inen warm Bier mit Buttern zu trincken geben, und sie frassen auch sehr viel, und dan in den dritten oder vierten Tag wurden sie widder gesunt. Und ich achte es darvor, das das Wasser musse vergifftet sein gewest, aus der Ursach, das viele Merschwein in der Fasten zuvor bis vor Stettin khemen, da man sie ny gesehen hatte... und das man auch umb das frische Haff und bey dem Strande derselbigen viele tott fand.
Umb diesseselbe Zeit, do die Kranckheit so ginck, was es uberaus heis bis auff Sanct Johannis Geporttag. Do hub es an zu regen und zu slaggen und war den gantzen Somer so neblicht und kalt bis auff Bartholomei, das man zu der Zeit die Stuben einheissen müste, und verdurb also getreidig und Wein und alle Fruchte. Und umb Bartholomei wurt es so schwul und warm, doch unter dunckeler Lufft, das einer sich vor Schweis nicht retten khonte. Mit dem Wetter erhub sich im Niderland an dem Meer eine newe Kranckheit, die man den engelischen Schweis oder die Schweissucht hieß; dan da was sie hergekhomen. Von dar floch sie wie ein Plitz uber gantze teutzsche Land und wanderte von der einen Stat zur andern. Von Hamburgk kham sie auff Lubeck, von Lubeck auff Wismar, von dar auff Rostock, von Rostock aufn Sund und also vortdhan auf Gripswald, Ancklam und kham in vierzehen Tagen von Hamburgk gein Stettin; und es khonte so bald kein Geruchte von derselbigen Kranckheit worhin khomen, alsofort was die Kranckheit auch dar. Und was so gestalt: den Lewten kam Krywelnt an in Henden und Beynen und grosse Hitze, Schweis und Angst, und viele wurden darvon rasen. So muste man sie warm halten und bedecken, das sie die Lufft nicht anwehete. Darumb benehete man sie in den Petten, und musten 24 Stunden so legen oder sie sturben, wiewol sich hernach befunden hat, das es nicht von notten gewest, so lange zu legen. Diesse Kranckheit kham Dinstag nach decollationis Johannis zu Stettin, und fil der Fursten Kuchemeister Johan Alte ersten darin: der ginck des Abend gesunt zu Pette, umb Mitternacht kham es ime an, des Morgens umb funffen was er tot. Des andern Tages fillen die Furstin und viele vom Hofgesinde und Borgern darin und zu forderst alle Doctores und Licentiaten Medicine, und wusten nicht, was es vor eine Kranckheit war und was man darzu geprauchen solte, alleine das sie cordialia ordinereten. Und fillen so gut als in zwey Tagen etliche tawsent Lewte darin. So khemen zween Knechte dahin, dieselben weren von Hamburgk der Kranckheit nachgefolgt, das sie den Lewten lereten, wie sie sich halten solten. Dieselbigen hettens am Geruch des Schweisses, ob es der rechte Schweis war oder nicht. Dan viele, so nur schwitzten, legten sich aus Forchte auch kranck. So lereten die Knechte den Lewten, wie sie die Krancken benehen und warten solten, und wan inen alzu heis were, das man inen mehlich den Dawn aus den Oberpetten abzog, domit sie nicht erstickten. Nach denselbigen und nach den Predigern war des Nachts mit Lichten und Laternen sollich ein Lauffen und Rennen, das es Wunder was. Und was die Stat nicht anders, dan ob sie vul Totten were; dan des andern Tags was auch keine gasse, da zum weinigsten nicht zwu, drey oder mehr Leiche weren. Die folgenden Tag nham es aber ummer ab und verginck schyr in newn Tagen, das es nicht so heftig pleib. Viele wurden in den Petten verhitzt und erstickt und viel sturben sunst. Die aber genasen, die nham man nach 24 Stunden aus den Petten und wischete sie mit feinen reinen Tuchern aus dem Schweis und setzte sie vor ein Fewr in ein Gemach, dar es nicht wehete, und machete inen ein Eyersuplin. So wurden sie in einem Tag oder achten etwas widder gesunt, aber in langen Zeiten khonten sie die Sucht nicht recht verwinnen. Zur selbigen Zeit lag auch Soliman, der turckische Kaiser, in Hungern und kham vor Wyne und belagerte das; so kham der Schweis auch unter sein Kriegsfolck, das er widder zu rugge zihen moste; er hette aber Hungern und Ofen all gewunnen.
146) K., 314. Anm. 1. [c. 1470.] Bischoff Hennigk... hat gesagt, es were mit uns wie mit jennen, die in Peste legen: etlichen sluge es aus, etlichen plebe die Gifft inwendig; dens ausschluge, den were besser zu helffen wan den, den es inwendig plebe.
147) K., 391. [Ao. 1523.] Die Medici redeten ungeferlich unter sich, das es ime [Herzog Bugslaff] der fulle Man thun würde [= daß er mit Vollmond sterben würde]. [Vergl.Nr. 20;41;76;78.]
LITERARISCHE NOTIZEN.
Studien zur Reichs- und Kirchenpolitik des Würzburger Hochstifts in den Zeiten Kaiser Ludwigs des Bayern (1333–1347). Von Joseph Hetzenecker. Würzburger Diss. Augsburg. Matth. Rieger ’sche Buchhandlung (A. Himmer.) 1901. 8. 88 Seiten.
Die Geschichte des erbitterten Ringens zwischen Kaiser und Papst in der ersten Hälfte des 14. Jahrhdts. erhält durch die fleißige Arbeit des Verfassers einen neuen erwünschten Beitrag. Hetzenecker schildert auf Grund größeren gedruckten Materials, in welcher Weise das Würzburger Hochstift in diese Kämpfe hineingezogen worden und wie Würzburg selbst mit Plan und That Anteil genommen. Die Schilderung des Streites über die Besetzung des Bischofstuhls nach dem Tode Wolframs v. Grumbach und der zwiespältigen Wahl im Jahre 1333 wird abgelöst von der lebendigen Zeichnung der Charakterbilder eines Hermann v. Lichtenberg, Ottos von Wolfskeel und Albrechts von Hohenlohe unter Darlegung der wechselvollen Politik jener Kirchenfürsten. Unter den Beilagen bietet die zweite: Bischof Ottos »Letze u. Gebote« (1341–43) für den Kultur- und Rechtshistoriker mancherlei von Interesse.