H. H.

Geschichte Lothringens. (Der tausendjährige Kampf um die Westmark.) Von Hermann Derichsweiler. Zwei Bände. Wiesbaden. C. G. Kunzes Nachfolger (W. Jacoby). 1901. 8. XIV, 538 und 649 Seiten.

Deutscher Seits hat Lothringens Geschichte bisher unverdient geringe Beachtung gefunden, selbst nach seiner Wiedergewinnung, während die Franzosen sich sehr feiner Bearbeitungen erfreuen konnten. Liegt es seit 1870 an sich nah, der wechselvollen Geschicke des Landes sich zu erinnern, so ist zudem zu bedenken, daß die lothringische Geschichte, weit über partikulare Bedeutung hinausgehend, auch die Geschichte Altdeutschlands, ja Europas, den Schauplatz und den Preis tausendjähriger Kämpfe zwischen Deutschland und Frankreich bedeutet. Der Verfasser, in die schöne Gegend zwischen Wasgau und Mosel versetzt, hat bald den Wunsch in sich gefühlt, mit der historischen Vergangenheit seiner neuen Heimat sich abzufinden und so aus der Fülle des französischen und deutschen Materials heraus nunmehr diese neue Geschichte Lothringens vollendet, die uns von »deutscher Warte« aus weite Ausblicke in die bunt bewegte Vergangenheit dieses Landes gewährt.

H. H.

Der älteste deutsche Wohnbau und seine Einrichtung. I. Band. Der deutsche Wohnbau und seine Einrichtung von der Urzeit bis zum Ende der Merovingerherrschaft. Von K. G. Stephani. Mit 209 Abb. Leipzig 1902, Baumgärtners Buchhandlung XII u. 448 S. 8.

Der Verfasser hat selbst in seinen einleitenden Ausführungen betont, daß es sich in dem vorliegenden Buche eigentlich mehr um eine Materialsammlung, als eine eigentliche Geschichte des ältesten Wohnbaus handele. Das ist schon durch die große Lückenhaftigkeit der literarischen Quellen und der Denkmale, die an sich gegen die ersteren für die behandelte Zeit mehr zurücktreten, bedingt. Zudem lassen beide nur in den wenigsten Fällen gesicherte Schlüsse zu. Vielleicht wäre es sogar besser gewesen, das mit größtem Fleiß gesammelte Material nur zu einem einleitenden Kapitel über den an die hier behandelten Perioden sich anschließenden mittelalterlichen Wohnbau zu verdichten, wie ursprünglich in der Absicht des Verfassers lag. Die angedeutete Sachlage hat dazu geführt, daß Stephani in der Mehrzahl der Fälle doch nur zu mehr oder minder hypothetischen Resultaten gelangte. Abgesehen von diesen Bedenken gegenüber der Behandlung des Stoffes muß aber mit Nachdruck hervorgehoben werden, daß die Gruppierung desselben eine recht glückliche ist. Die Schriftquellen sind mit bewunderungswürdigem Fleiße zusammengetragen und ihre Zusammenstellung allein verleiht dem Werke für die deutsche Kulturgeschichte einen dauernden Wert.

Der Verfasser beginnt mit dem gemeingermanischen Wohnbau als Ausgangspunkt für die späteren stammesverschiedenen Bauarten. Aus den sogenannten Hausurnen sucht er Entwicklung und Nebeneinanderbestehen der Grubenhütten, des Zelts und der Jurte zum eigentlichen Haus in prähistorischer Zeit darzulegen. Den Abschluß dieser Epoche bildet die vorchristlich-römische Zeit.

Daran schließt sich die Untersuchung des germanischen Wohnbaus nach Ost- und Westgermanen geschieden, vor und während der Völkerwanderungszeit im Stammland, und weiter auf fremder Erde während und nach der Völkerwanderungszeit. Dieselbe Einteilung ist für den entwickelten stammesverschiedenen Wohnbau auf heimatlichem und fremdem Boden nach der Völkerwanderungszeit gewählt. Es entspricht den Verhältnissen, daß die Quellen natürlich in den späteren historischen Zeiten weit reichlicher fließen, als in den früheren, insbesondere gilt dies auch von den Denkmalsquellen. Für den nordischen Wohnbau aber tritt insbesondere noch die Analogie mit den späteren Bauten, die die frühere Art treu bewahrten, hinzu, um eine verhältnismäßig zuverläßige Anschauung zu ermöglichen.

H. St.

Das städtische Museum in Eger. Mit 8 Illustrationen und 3 Plänen. Von Alois John. Eger 1901. Verlag der Stadtgemeinde Eger.