Der unermüdliche Forscher auf dem Gebiete der deutsch-böhmischen Volkskunde erfreut uns mit der von ihm besorgten 4. Ausgabe des Katalogs der städtischen Sammlungen in Eger. Das kleine Büchlein, das wie seine Vorgänger gewiß, jeder Besucher der alten Kaiserstadt gerne zur Hand nehmen wird, behandelt ein Museum, das sich rühmt, unter den deutschen Provinzialmuseen im Lande das älteste und bei zielbewußter Beschränkung auf einen Gau reichhaltigste zu sein, wie es in der That als Beispiel und Muster für andere deutsche Städte Böhmens gedient hat. Seit 1872 im oberen Stock des althistorischen Stadthauses untergebracht, vereinigt dasselbe eine Fülle von Gegenständen, die in ihrer Gesamtheit ein treues Bild des Egerlandes nach Vergangenheit und Gegenwart gewähren. Im Wallensteinzimmer findet der Geschichtsfreund neben Erinnerungen an den im gleichen Hause ermordeten Feldherrn und seine Zeit, Siegel, Münzen, Waffen, Möbel u. a. m. zur Illustration des alten Eger. Die bürgerliche Zunft- und die Bauernstube verwahren Zeugnisse z. T. noch der jüngsten Zeit, u. a. Hausrat und Trachten des Bürgers und Bauern. Andere Zimmer veranschaulichen die Blüte des Kunstgewerbes in Alteger oder zeigen Denkmäler seiner kirchlichen Kunst. Selbst naturwissenschaftliche Sammlungen fanden hier Unterkunft, so daß auch nach dieser Seite die Sonderart der Landschaft sich heraushebt.
Dem einen oder anderen der Freunde und Besucher des Museums mag es vielleicht von Interesse sein zu erfahren, daß seit April 1901 besondere »Mitteilungen aus dem städtischen Museum in Eger« als Beigabe zu »Unser Egerland« erscheinen.
H. H.
Inhaltsverzeichnis zum Jahrgang 1901
der
Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum.
Seite
Vorlagen zu Sonnenuhren von Georg Brentel von Lauingen, von Dr.
Th. Hampe
3
Herd und Herdgeräte in den Nürnbergischen Küchen der Vorzeit, von Dr.
Otto Lauffer
10
,
65
,
93
Über den großen Nürnberger Glückshafen vom Jahre 1579 und einige andere Veranstaltungen solcher Art, von Dr.
Th. Hampe
30
,
41
[D]