[Bl. 81a]. »Anno 1582 den sibenden marty ist auß vergünstigung eines Erbarn Rathß alhie ein glückhshafen, welcher zu Thonnawwerdt gehalten werden soltte, an dem stockh auf dem Herrenmarckh vnnd bey dem Rotten Rößlein auf dem Weinmarckht angeschlagen worden.«

Von einem Glückshafen in Nürnberg und zwar wiederum einer nicht geringen Unternehmung, bei der, ähnlich wie 1579, vorwiegend Goldschmiedearbeiten zur Verlosung gekommen zu sein scheinen, ist dann im 16. Jahrhundert (und bis 1602) nur noch einmal die Rede, nämlich zum Jahre 1596, wo es heißt:

[Bl. 348a]. »Inn obangezognen vnnd vilbemeltem jahr, montags den sechzehenden monnatstag may hat Hanns Schaydenbach, burger vnnd pannzermacher alhie, einen glückhshafen auf der Schütt gehalten, waren drey häffen, in einem yeden ein silber vergultes kanndel vnnd böckh [Becken], vff zweyhundert vnnd fünffzig gulden angeschlagen, das war das besst; hatt drey ganzer wochen gewertt vnnd ist vmb viertaussent gulden silbergeschirr vnd vmb viertaussent an zien vnd wahren vnd panzer vnnd beuttel, messer, leüchter, sambt andern wahren darinnen geweßen, vnnd hat mancher seinen beuttel wol darinen gewaschen, das er leer ist worden, vnnd hatt dannoch nichts gewunnen.«

Zweifellos würden aber auch die Nachrichten, die uns aus dem 17. und 18. Jahrhundert über Glückshäfen und sonstige Lotterien in Nürnberg überliefert sind, noch manches kultur- wie speziell kunstgeschichtlich Interessante bieten. Was Julius Leisching in dieser Beziehung und aus diesem Zeitraum kürzlich für Brünn beigebracht hat[79], läßt auf ähnliche, nicht unwichtige Forschungsresultate gewiß auch für eine Stadt wie Nürnberg schließen.

Fig. 6. Guldenthaler für den Regensburger Glückshafen von 1586. Fechtschule. Kupferstich von Franz Brun.

HERD UND HERDGERÄTE IN DEN NÜRNBERGISCHEN KÜCHEN DER VORZEIT.

VON DR. OTTO LAUFFER.

IV.[A]

Über das Verhältnis der Bratgeräte zu den eigentlichen Herdgeräten sind schon früher (Jahrg. 1900, S. 180) einige Andeutungen gemacht worden. Die Forschung scheint sich bislang nicht grundsätzlich darüber klar geworden zu sein, und ich sehe mich darum veranlaßt, selbst eine entsprechende Einteilung vorzunehmen. Die Frage, ob die einzelnen Stücke außer zum Braten auch noch als Serviergerät benützt sind, kann dabei nicht allein den Ausschlag geben, so daß man etwa diejenigen, die nur die erste Funktion erfüllen, zu den Herdgeräten zählte, die anderen aber, die beiden Aufgaben gerecht werden, zusammen mit den Kochgeräten behandelte. Es würde auf diese Weise z. B. der Bratspieß in die letztere Gruppe einbezogen werden müssen, und das dürfte sehr unpraktisch sein, weil er in so innigen Beziehungen zu den Herdgeräten steht, daß er von ihnen nicht getrennt werden darf.

Ich gehe deshalb bei der Einteilung von einem anderen, formalen Gesichtspunkte aus. Da es sich für uns zumeist darum handeln muß, die Bratpfanne unterzubringen, die man doch mit dem besten Willen nicht mehr zum Herdgerät rechnen kann, so lege ich den Schwerpunkt darauf, daß sie in Form und Funktion den Gefäßen sehr nahe steht. Sie ist, wie es scheint, das einzige Bratgefäß und dürfte deshalb eher in die Gruppe der Kochgeräte zu rechnen sein. Wir werden sie deshalb hier auch nur gelegentlich erwähnen können, während wir der Gruppe der übrigen Bratgeräte unsere volle Aufmerksamkeit zuzuwenden haben. —