Nach den Mitteilungen seiner Söhne bestimmte Streckfuss 1831, als die Cholera in Berlin herrschte, in seinem Testamente, dass jene Verse auf sein Grab gesetzt werden sollten. Sie befinden sich auch auf seinem namenlosen Grabstein auf dem alten Dreifaltigkeitskirchhofe in Berlin vor dem Hallischen Thore. 1843, ein Jahr, ehe Streckfuss starb, liess die litterarische Gesellschaft, deren Vorsteher er war, ihn durch Franz Kugler zeichnen und die, mit dem von ihm eigenhändig geschriebenen Denkspruch versehene Zeichnung lithographisch vervielfältigen.—Der gleiche Gedanke ist schon früh den Griechen aufgestiegen. Vrgl. Theognis, 591-594 (Poetae lyrici graeci, ed. Bergk. Leipz. 1882, 4. Aufl. Tom. II):
Τολμᾶν χρή, τὰ διδοῦσι θεοὶ θνητοῖσι βροτοῖσιν,
ῥηϊδίως δὲ φέρειν ἀμφοτέρων τὸ λάχος,
μηδὲ λίην χαλεποῖσιν ἀσῶ φρένα, μηδ' ἀγαθοῖσιν
τερφθῇς ἐξαπίνης, πρὶν τέλος ἄκρον ἰδεῖν.
(Der Mensch soll dulden, was die Gottheit sendet,
Und, wie das Loos auch fällt, es leicht ertragen.
Im Leid lass nie dein Herz zu tief verzagen,
Im Glück nicht jubeln, eh' du weisst, wie's endet!)
und die Worte des Kleobulus bei Diogenes Laertius (I, 6 u. 4, 93):