(vrgl. Petron. 77: "tu viperam sub ala nutricas").—
Zu den äsopischen Fabeln (158) wird auch eine Erzählung des Sophisten Prodikus (bl. um 430 v. Chr.) in seinen "Horen" gerechnet, die wir in Xenophons "Denkwürdigkeiten" (2, 1, 21) durch den Mund des Sokrates erfahren, wonach Herkules als Jüngling in der Einöde zwei Wege vor sich sah, den zur Wollust und den zur Tugend, und lange zweifelte, welchen er einschlagen solle (vrgl. Cicero "de off." 1, 32). Wir citieren danach:
Herkules am Scheidewege.—
Aus Äsops Fabel (200) "Die Dohle und die Eule" und 200b "Die Dohle und die Vögel" stammt:
Sich mit fremden Federn schmücken.—
In Äsops Fabel (203) "Der Prahler" und (203b) "Der prahlerische Fünfkämpfer" rühmt sich jemand, dass er in Rhodus einst einen gewaltigen Sprung gethan, und beruft sich auf die Zeugen, welche es dort mit angesehen hätten. Einer der Umstehenden antwortet ihm: "Freund, wenn's wahr ist, brauchst du keine Zeugen. Hier ist Rhodus, hier springe" (ἰδοὺ ἡ Ῥόδος, ἰδοὺ καὶ τὸ πήδημα), was lateinisch in der Form citiert wird:
Hic Rhodus, hic salta.—
Aus Äsops Fabel (232) "Der Hund und der Koch" wird kurz herausgegriffen:
παθήματα—μαθήματα.
Leiden sind Lehren.