vergl. Paulus im Ebräerbriefe 5, 8: "ἔμαθεν ἀφ' ὧν ἔπαθε τὴν ὑπακοήν"—"er lernte an dem, was er litt, Gehorsam".—

Die 237b. Fabel "Die Hasen und die Frösche" schliesst: "ὁ μῦθος δηλοῖ· ὅτι οἱ δυστυχοῦντες ἐξ ἑτέρων χείρονα πασχόντων παραμυθοῦνται", "die Fabel lehrt, dass die Unglücklichen aus den schlimmeren Leiden Anderer Trost schöpfen" (vrgl. Thucyd. 7, 75; Seneca "Über den Trost, an Polybius" 31). Mit einer leichten Veränderung des Sinnes wurde hieraus im Mittelalter ein Hexameter gebildet, den wir bei Dominicus de Gravina ("Chronic. de reb. in Apul. gest. ab anno 1333-50", s. "Raccolta di varie croniche etc." Nap. 1781. II, 220) also citiert finden: "iuxta illud verbum poëticum: gaudium est miseris socios habuisse poenarum", "nach jenem Dichterwort: Wonne für Jeden im Leid ist Leidensgefährten zu haben". Dann bietet Marlowes "Faustus" (1580): "Solamen miseris socios habuisse doloris", "Trost für Jeden im Leid ist Schmerzensgefährten zu haben"; während die heute übliche, schon von Spinoza ("Ethik" 4, 57; ersch. 1677) als sprichwörtlich bezeichnete Form lautet:

Solamen miseris socios habuisse malorum.

Trost für Jeden im Leid ist Unglücksgefährten zu haben.—

Aus Äsops Fabel (240) "Die Löwin und der Fuchs" und (240b) "Die Löwin" stammt:

Eins, aber es ist ein Löwe.

(ἕνα ... ἀλλὰ λέοντα.)—

In der 246. Fabel antwortet der Fuchs dem in der Höhle krank liegenden Löwen auf dessen Frage, warum er nicht näher trete: "ὅτι ὁρῶ ἴχνη πολλῶν εἰσιόντων, ὀλίγων δὲ ἐξιόντων", "weil ich die Spuren vieler Hineingehenden, aber weniger Hinausgehenden sehe". Schon Plato ("Alcib." I. p. 123 A) citiert diese Stelle und Horaz ("Epist." 1, 1, 74 nach Lucilius bei Nonius p. 303 u. 402) überträgt sie also: "Quia me vestigia terrent", "Omnia te adversum spectantia, nulla retrorsum", woraus sich das "geflügelte Wort" entwickelte:

Vestigia terrent,