erklärt uns Gibbon ("History of the decline" u. s. w. 1776-88, VII, cap. 39, Anm. 100) mit den Worten:

"Der katholische Märtyrer hatte sein Haupt eine beträchtliche Strecke entlang in seinen Händen getragen; doch machte einmal bei einer ähnlichen Erzählung eine Dame meiner Bekanntschaft die Bemerkung: la distance n'y fait rien, il n'y a que le premier pas qui coûte". Schon Condillac bringt ("Cours d'études", "Art d'écrire" II, 10, Parma 1775) diese Geschichte, spricht aber ganz allgemein von einer "femme d'esprit", und auch Louvet de Couvrays "Faublas" (1787) giebt in der Vorrede an: "Une femme d'esprit dit: il n'y a que le premier pas qui coûte". Littré teilt unter "pas" die Condillacsche Geschichte mit. Quitard hingegen berichtet im "Dictionnaire des proverbes", Frau du Deffand (1697-1780) habe es zum Kardinal Polignac gesagt, als dieser die Länge des Weges betonte, den der auf dem Montmartre enthauptete heilige Dionysius bis nach Saint-Denis mit seinem Haupte in den Händen zurücklegte; und allerdings rührt es von ihr her, denn sie selbst nennt sich in einem Briefe vom 7. Juli 1763 an d'Alembert als Verfasserin des Wortes.

vrgl. "Trois Mois à la Cour de Frédéric." Lettres inédites de d'Alembert publiées et annotées par Gaston Maugras. Paris, 1886. p. 28.—

Der Zeit Ludwigs XV. (reg. 1723-74) gehört (nach Hénault "Mémoires", S. 4) ein Wort des damals mit der Bewachung des Buchhandels betrauten Grafen d'Argental an. Er hatte den Litteraten Abbé Desfontaines vor sich laden lassen, um ihm einen Verweis wegen des Missbrauchs seiner Feder zu erteilen. Als Desfontaines sich folgendermassen entschuldigte: "Aber ich muss doch leben, Excellenz", antwortete d'Argental:

Je n'en vois pas la nécessité.

Ich sehe nicht ein, dass das nötig ist.

Voltaire erzählt dasselbe in einem Briefe vom 23. Dez. 1760 an den Marchese Albergati Capacelli in Bologna; doch nennt er nicht d'Argental, sondern spricht nur von einem Staatsminister.—L. F. Huber begann eine Recension in der Jenaer allgemeinen Litteraturzeitung: "Monseigneur, ich muss ja doch leben, sagte ein Pasquillant zum Polizeilieutenant Sartine, der ihm sehr aristokratisch antwortete, dass er die Notwendigkeit dessen nicht einsähe". (L. F. Hubers sämtliche Werke seit dem Jahre 1802. 2. T. S. 151.) Jean Jacques Rousseau ("Emile", Buch 3, 1761) lässt "einen Minister" das Wort zu "einem unglücklichen satirischen Schriftsteller" sagen. Nach dem "Commentaire historique sur les oeuvres de lauteur de la Henriade" (1776, in Voltaires "Oeuvres complètes", Gothaer Ausg., Bd. 48, S. 99) hörte Desfontaines (1685-1745) dies Wort von d'Argenson (1652-1721), dem Chef der Pariser Polizei. Schiller notierte im Entwurfe zu einem Trauerspiele "Die Polizei": 'Die bekannte Replik: Ich muss aber ja doch leben, sagt der Schriftsteller—Das seh' ich nicht ein, antwortet Argenson'. (Schillers Werke, Historisch-kritische Ausg. von Karl Goedeke, 1. Bd. S. 262.)—

Die Inschrift des Berliner Invalidenhauses v. J. 1748

Laeso et invicto militi

Dem verwundeten, doch unbesiegten Krieger